Kindgerechte Justiz in Europa voranbringen: Europäische Konferenz in Gent bildet den Abschluss des CHILD-Projekts

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Das CHILD-Projekt – Towards a CHILD-friendly legal Order for Fair Justice Provision – freut sich, seine Abschlusskonferenz am 20. Mai 2026 anzukündigen, die in Gent (Belgien) und online stattfindet. Anhand verschiedener Beiträge erhalten die Teilnehmer*innen Einblicke in das CHILD-Projekt sowie einen Überblick über die Stärken und Schwächen kinderfreundlicher Justizsysteme bei Fällen von Gewalt gegen Kinder in Europa und vieles mehr.
Das von der Europäischen Union finanzierte CHILD-Projekt zielt darauf ab, die Strafrechtssysteme zu verbessern und anzupassen, um den Rechten und Bedürfnissen von Kindern, die Opfer oder Zeug*innen von Gewalt geworden sind, besser gerecht zu werden. Das Projekt bringt Partner aus neun EU-Mitgliedstaaten (Österreich, Belgien, Zypern, Estland, Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien und Portugal) zusammen. Diese Woche wird das Konsortium die Ergebnisse des Projekts auf der Abschlusskonferenz in Gent und online vorstellen. Die Konferenz richtet sich an Fachpersonen, Wissenschafter*innen und Interessengruppen aus ganz Europa und darüber hinaus. Die Teilnahme ist kostenlos.
Was Sie erwartet
Die Abschlusskonferenz bietet Gelegenheit, sich mit Kolleg*innen und Expert*innen für kinderfreundliche Justiz aus ganz Europa und darüber hinaus auszutauschen und Gerichtsverfahren zu überdenken, an denen Kinder als Opfer oder Zeug*innen von Gewalt beteiligt sind. Expert*innen des CHILD-Konsortiums werden die neuesten Forschungsergebnisse und praktischen Instrumente vorstellen und politische Erkenntnisse aus dem CHILD-Projekt präsentieren. Die Teilnehmer*innen haben zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Diskussionen über aktuelle Herausforderungen und gelungene Praktiken zu führen. Darüber hinaus wird ein Posterrundgang die nationalen Stärken und Schwächen bei der Umsetzung kindgerechter Justiz in den teilnehmenden Ländern aufzeigen.
Leitfaden für Fachkräfte
Das wichtigste Ergebnis des seit Juli 2024 laufenden CHILD-Projekts ist der Leitfaden für Fachkräfte zu forensischen Befragungen und zum Schutz von Kindern als Opfer von Gewalt in Strafverfahren. Der Leitfaden bietet praktische Orientierungshilfen für Fachkräfte, die an Strafverfahren beteiligt sind, in denen Kinder Opfer von Gewalt geworden sind. Er stellt zentrale Konzepte und Grundsätze in Bezug auf Gewalt gegen Kinder, traumainformierte Betreuung, Entwicklungspsychologie und kindgerechte forensische Befragungen vor. Die Publikation skizziert zudem Schutzmaßnahmen und verfahrensrechtliche Ansätze, die die Rechte, das Wohlergehen und die aktive Beteiligung von Kindern während des gesamten Gerichtsverfahrens fördern. Durch die Verbindung theoretischer Grundlagen mit praktischen Empfehlungen zielt der Leitfaden darauf ab, traumainformierte und kindgerechte Reaktionen innerhalb der Justizsysteme zu stärken.
Abschlussphase des Projekts und nächste Schritte
Das CHILD-Projekt ist in seine Abschlussphase eingetreten und wird im Juni 2026 enden. In den letzten zwei Jahren wurden mehrere wichtige Meilensteine erreicht, darunter die Erstellung nationaler Berichte und die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen. Die nationalen Berichte beleuchten die aktuelle nationale Situation in jedem teilnehmenden Land hinsichtlich der Kinderrechte und des Kinderschutzes im Strafverfahren aus rechtlicher und praktischer Perspektive. Die Fortbildungen brachten Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Strafverfolgungsbehörden, Staatsanwaltschaften, Sozialeinrichtungen, Kinderschutz, Opferschutz, Gesundheitswesen und NGOs. Diese Veranstaltungen schufen einen strukturierten Rahmen, um über aktuelle Praktiken und Herausforderungen bei der Unterstützung von Kindern als Opfer im Rahmen strafrechtlicher Verfahren zu reflektieren.
Die nächsten Schritte des Projekts konzentrieren sich auf die Ausarbeitung von politischen Empfehlungen und Änderungsvorschlägen für die nationalen und EU-Rechtsrahmen, einschließlich der Richtlinie 2012/29/EU über die Rechte von Opfern, mit dem Ziel, die Umsetzung der Richtlinie zu verbessern, die bestehenden Rechtsvorschriften zu stärken und kindgerechtere rechtliche und verfahrensrechtliche Rahmenbedingungen zu fördern. Das CHILD-Konsortium freut sich auf die letzte Phase des Projekts und einen konstruktiven Dialog sowie nachhaltige Wirkungen in den teilnehmenden Ländern zu fördern. Alle Projektergebnisse und Veröffentlichungen werden auf der offiziellen CHILD-Website zur Verfügung gestellt.
Details der Abschlusskonferenz
20. Mai 2026
9:00-17:15 CET
Gent, Belgien und online
Über das CHILD Projekt
CHILD – Towards a CHILD-friendly legal Order for Fair Justice Provision ist ein von der EU finanzierter Projekt, das darauf abzielt, das Justizsystem für Kinder, die Opfer oder Zeug*innen von Gewalt sind, zu verbessern. Das Projekt läuft über 24 Monate und bringt Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen, um strukturelle Reformen, bessere Zusammenarbeit und den Ausbau kindgerechter rechtlicher Rahmenbedingungen in der EU zu fördern.
https://childfriendlyjustice.eu/#home
Liebe Unterstützer*innnen, liebe Partner*innen,
Im Namen des Vorstands der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) möchten wir über einen Wechsel in der Geschäftsführung informieren und Beate Malekzadeh-Forstner herzlich in ihrer neuen Rolle als Geschäftsführerin des AÖF willkommen heißen. Alle laufenden Projekte werden selbstverständlich nahtlos fortgeführt.
Mit Beate Malekzadeh-Forstner gewinnt der AÖF eine engagierte und erfahrene Managerin mit langjähriger Expertise im Finanz- und Kulturmanagement. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und auf ihre wertvolle Expertise in dieser verantwortungsvollen Funktion.
Gleichzeitig spricht der Vorstand seinen herzlichen Dank an Maja Markanović-Riedl aus, für ihr außergewöhnliches Engagement und die wertvolle Arbeit in den vergangenen zwei Jahren, in denen sie die Entwicklung des Vereins maßgeblich mitgestaltet und wichtige Impulse gesetzt hat.
Das Führungsgremium des Vereins, bestehend aus dem Vorstandsteam Elisabeth Cinatl, Ingrid Lenzeder, Kathrin Heis und Iga Zakrzewska, bleibt weiterhin unverändert und bildet auch künftig das Leitungsgremium des Vereins. Kontinuität und inhaltliche Expertise des AÖF werden damit wie gewohnt und in enger Zusammenarbeit mit der neuen Geschäftsführung fortgeführt.
Für Fragen und Anliegen an die AÖF-Geschäftsführung wenden Sie sich ab sofort gerne an Beate Malekzadeh-Forstner unter


Am 23. April gehen wir gemeinsam auf die Straße. Laufe oder radle mit uns 3 km durch Simmering und setze ein Zeichen gegen Partnergewalt!
Unser Lauf ist kein Wettbewerb, sondern ein Miteinander
Das heißt: Wir achten aufeinander und warten auch zusammen, damit wir alle gemeinsam ins Ziel kommen.
** HIER GEHT'S ZUR ANMELDUNG **
WANN?
Start ist um 18.00 Uhr.
Davor gibt es ab 17.00 Uhr ein kleines Programm am Platz vorm Bildungszentrum Simmering, Gottschalkgasse 10.
Der Lauf endet gegen 19.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos.
WER?
Mitmachen können alle, die mit uns ein Zeichen gegen Partnergewalt setzen wollen.
WIE?
Zieht euch entsprechende (sportliche) Kleidung und Schuhe an, damit ihr euch wohl fühlt. Vor Ort könnt ihr gegen eine freie Spende grüne und blaue StoP-T-Shirts erwerben - So sind wir als Gruppe sichtbarer und unser Anliegen wird nach außen hin noch besser erkennbar. Wem es nicht möglich ist zu laufen, der*die kann sehr gerne auch mitradeln oder -rollen.
WIR
StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt ist ein Gewaltpräventionsprojekt, das Nachbarschaften für das Thema Partnergewalt sensibilisiert und Zivilcourage fördert. Das StoP-Projekt wird vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) koordiniert.
Macht mit beim Lauf gegen Partnergewalt, zeigt Haltung und bewegt etwas mit uns! Wir freuen uns auf euch!
Bild: pexels.com / Celine Ylmz
MARVOW 2.0 stärkt Gewaltschutz für ältere Frauen – Einladung zum Online-Abschlussevent am 23. März 2026
Das europäische Projekt MARVOW 2.0 zeigt in seiner Abschlussveranstaltung, wie Schutz und Unterstützung für ältere Frauen verbessert werden können.
Wien, 20. März 2026. Gewalt gegen ältere Frauen bleibt häufig unsichtbar, unter anderem weil ihre Lebenssituationen durch komplexe Faktoren wie Abhängigkeiten, Krankheit oder Isolation geprägt sind. Unterstützungsangebote und Schutzstrukturen sind oft nicht ausreichend auf diese spezifischen Herausforderungen abgestimmt.
Das europäische Projekt MARVOW 2.0 (Multi-Agency Response to Violence against Older Women) setzt genau hier an und liefert konkrete Vorschläge, um Schutz und Unterstützung nachhaltig zu verbessern. Seit 2023 haben neun europäische Partnerorganisationen gemeinsam mit zahlreichen Expert*innen daran gearbeitet, eine koordinierte, multidisziplinäre Antwort auf diese oft übersehene Form von Gewalt zu stärken. Fachkräfte wurden gezielt geschult, die Zusammenarbeit zwischen Opferschutzeinrichtungen verbessert und praxisnahe Instrumente für den Arbeitsalltag entwickelt.
Gewalt im Alter: unterschätzt, untererfasst – und oft unsichtbar
Gewalt endet nicht mit einem bestimmten Alter. Aktuelle europäische Studien zeigen: Rund ein Viertel der Frauen zwischen 65 und 74 Jahren hat bereits geschlechtsspezifische Gewalt erlebt. Gleichzeitig bleibt ein Großteil der Fälle verborgen: Viele Betroffene sprechen nicht darüber, EU-weit meldet nur etwa jede achte Betroffene Gewalt. Gerade im höheren Alter wird Gewalt häufig nicht erkannt. Abhängigkeiten, gesundheitliche Einschränkungen, soziale Isolation oder Scham erschweren es Betroffenen zusätzlich, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Hinzu kommt eine strukturelle Lücke: Europäische Datenerhebung endet bei 74 Jahren, wodurch die Situation von Frauen über 75 kaum erfasst ist.
| " Wir wissen aus früheren Projekten und aus besonders auch aus unserer eigenen Praxis, dass die koordinierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Unterstützungsdienste zentral ist. Mit MARVOW 2.0 bieten wir konkrete Ansätze, wie koordinierte multi-institutionelle Zusammenarbeit tatsächlich umgesetzt werden kann – und stellen Werkzeuge zur Verfügung, die Fachkräfte im Alltag unterstützen. - Martina Knoll, Projektkoordinatorin MARVOW 2.0 |
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Von der Erkenntnis zur Umsetzung: Zusammenarbeit konkret gestalten
Die Effektivität des Schutzes hängt dabei maßgeblich von der Kooperation verschiedener Institutionen ab, insbesondere von Opferschutzeinrichtungen, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, sozialen Diensten, der Polizei, der Justiz und von Täterprogrammen. Diese Zusammenarbeit ist sowohl auf individueller Ebene als auch im Rahmen struktureller Maßnahmen erforderlich, um eine umfassende und wirksame Prävention und Intervention zu gewährleisten.
Konkrete Werkzeuge für die Praxis
Im Projekt MARVOW 2.0 wurden nachhaltige Ergebnisse erzielt, die Fachkräfte direkt unterstützen:
- Ein Handbuch zur Gestaltung koordinierter multiinstitutioneller Zusammenarbeit bei Fällen von Gewalt gegen ältere Frauen
- Eine spezifische Risikofaktoren-Checkliste zur Einschätzung von Gewalt gegen ältere Frauen, die gängige Tools ergänzen
- Trainingsprogramme für unterschiedliche Berufsgruppen
- Politische Empfehlungen zur langfristigen Stärkung von Gewaltschutzstrukturen
Diese Instrumente tragen dazu bei, Gewalt gegen ältere Frauen besser zu erkennen, angemessen zu reagieren und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen strukturiert zu gestalten.
Österreichische Beteiligung
In Österreich war der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) als Projektkoordinatorin maßgeblich beteiligt. Die im Projekt entwickelten Ansätze sollen nun weiter verbreitet und in bestehende Systeme integriert werden, um den Gewaltschutz für ältere Frauen nachhaltig zu stärken.
Weiterhin großer Handlungsbedarf
Trotz Fortschritten bleibt Gewalt gegen ältere Frauen in Politik und Praxis oft unzureichend berücksichtigt. Prävention, Schutz und Unterstützung orientieren sich noch zu selten an den spezifischen Lebensrealitäten älterer Frauen. Auch der Umgang mit älteren Tätern sowie die langfristige Absicherung von Maßnahmen stellen weiterhin Herausforderungen dar.
Statistikquellen: EUROSTAT, FRA, EIGE: EU gender-based violence survey, 2024
Titelbild: A M/unsplash
Einladung zum Online-Abschlussevent
Zum Abschluss des Projekts laden wir herzlich zum öffentlichen Online-Event ein: Das Event bietet Einblicke in zentrale Projektergebnisse und zeigt, wie koordinierte Zusammenarbeit in der Praxis gelingen kann.
Datum: 23. März
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Ort: Online: https://us02web.zoom.us/j/83446656974?pwd=IT5lSjhfFeqcE2z5azz96b2esUwxrk.1
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
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Weitere Beiträge …
- Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555 erreicht mehr Frauen
- Der AÖF zum 8. März 2026
- MARVOW 2.0. Abschlusskonferenz: „Unseen no more!“ – Gewalt an älteren Frauen sichtbar machen
- Mehr häusliche Gewalt an Weihnachten: Hilfe holen, auch an Feiertagen
- 16 Tage gegen Gewalt an Frauen - Online Kampagne und AÖF Kalender









