
Pressemitteilung
UNODC-Bericht: Weltweit alarmierende Zahl an Frauenmorden
Der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser fordert einen effektiveren Schutz für gewaltbetroffenen Frauen in gefährlichen Situationen und sukzessive die Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Wien, 9.7.2019. Laut einer aktuellen Studie der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2017 weltweit mehr als 87.000 Frauen und Mädchen Opfer von Mord oder Totschlag. Der Bericht des UNO-Büros für Verbrechensbekämpfung besagt, dass davon etwa 50.000 Frauen und Mädchen durch (Ex-)Partner oder von einem anderen Familienmitglied getötet wurden – das bedeutet 137 Frauenmorde im familiären Umfeld pro Tag und einen Anstieg seit dem Jahr 2012 (48.000). Die meisten Fälle von häuslicher Gewalt mit tödlichem Ausgang wurden in Asien verübt, gefolgt von Afrika sowie Nord- und Südamerika. In Europa gab es im Zeitraum der Studie 3.000 Fälle getöteter Frauen und Mädchen.
Eine effektive Bekämpfung von tödlicher häuslicher Gewalt erfordert ein umfassendes Verständnis der Ursachen. Faktoren, die schwere Gewalt und Morde an Frauen erhöhen, sind laut UN-Bericht Arbeitslosigkeit, politische Instabilität und nicht zuletzt das Vorherrschen von Geschlechterstereotypen und die Ungleichheit der Geschlechter. Wer denkt, dass Männer das Recht hätten, Frauen zu dominieren, neigt mitunter zu einer niedrigeren Hemmschwelle bei der Anwendung von Gewalt. Morde an Frauen durch (Ex-)Partner sind daher eine extreme Ausdrucksform von geschlechtsspezifischer Gewalt.
Österreich: Zahl der Frauenmorde seit 2014 verdoppelt
In Österreich verdoppelte sich die Zahl der Frauenmorde in den letzten Jahren von 19 im Jahr 2014 auf 41 im Jahr 2018, was europaweit den traurigen Spitzenwert darstellte. Im ersten Quartal des Jahres 2019 wurden bereits 10 Frauenmorde gezählt. Der Verein AÖF fordert daher verstärkt in die Sicherheit der Frauen zu investieren und eine klare Strafverfolgung von Gewalttaten an Frauen und häuslicher Gewalt. Das erfordert lückenlose Ermittlungen und Beweisführung sowie die Anwendung der U-Haft, wenn Haftgründe vorliegen. Tatsache ist, dass Anzeigen oft eingestellt werden, besonders gefährliche Gewalttäter oft nicht in U-Haft kommen und ihre Drohungen von Polizei und Justiz nicht ernst genommen werden. Das ermöglicht den Tätern, weitere Taten, wie die Ermordung der betroffenen Frau, zu planen. Wenn sich Frauen aus Gewaltbeziehungen befreien und sich trennen oder scheiden lassen wollen, ist es für sie die gefährlichste Zeit. Es braucht daher die Ausschöpfung des derzeitigen Strafrahmens, Sensibilisierung aller StaatsanwältInnen und RichterInnen durch verpflichtende Aus- und Fortbildung, Richtlinien zur Durchführung einer Gefährlichkeitseinschätzung, eine bessere Datenlage und eine sorgfältige Unterstützung der Betroffenen.
Zudem ist es notwendig, dass Österreich die schon 2013 ratifizierte Istanbul-Konvention – das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – endlich umsetzt. Mit der Unterzeichnung hat Österreich sich verpflichtet, die Maßnahmen der Konvention um sexuelle und körperliche Gewalt gegen Frauen aktiv zu bekämpfen, anzuwenden.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Es gibt Hilfe!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555, rund um die Uhr, anonym, kostenlos und mehrsprachig: www.frauenhelpline.at
Kinderwebsite: www.gewalt-ist-nie-ok.at
Onlineberatung für Mädchen und Frauen im Helpchat: www.haltdergewalt.at

Pressemitteilung
Sexualerziehung ist Gewaltprävention!
Der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser fordert Beibehaltung und Ausbau einer qualitätsvollen Sexualpädagogik unter Einbindung externer Expert*innen und Vereine in Schulen.
Wien, 24.6.2019. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf umfassendes Wissen über alle Lebensbereiche in Schulen – dazu gehört ganz zentral auch eine umfassende und fundierte Aufklärung über Sexualität und über alle Fragen und Themen, die sich daraus ergeben und die damit zusammenhängen. Je besser Kinder und Jugendliche über Sexualität Bescheid wissen, desto eher können sie sich und andere vor sexuellen und somit auch körperlichen Übergriffen schützen. Professionelle Sexualpädagogik beschränkt sich nicht nur auf die biologischen Geschlechtsunterschiede, sondern beschäftigt sich auch mit dem sozialen Geschlecht und mit einem verantwortungsvollen Umgang untereinander und miteinander. Je besser Kinder und Jugendliche über ihre eigene Sexualität wissen, desto respektvoller, liebevoller können sie miteinander umgehen, desto wertschätzender, partnerschaftlicher und gesünder können sie Beziehungen eingehen und leben. Qualitätsvolle Sexualpädagogik durch externe Expert*innen in Schulen unterstützt und fördert ein gewaltfreies Zusammenleben und eine gesunde Entwicklung der Heranwachsenden.
Externe Fachkräfte sind zentrale Säulen einer ganzheitlichen Sexualerziehung
Externe Sexualerziehung stärkt Kinder und Jugendliche gegen Gewalt. Sie kann Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen. Nur wenn Kinder und Jugendliche wissen, dass sie sich wehren dürfen, dass ihnen Unrecht passiert, wenn sich Erwachsene gegen ihren Willen nähern und sich übergriffig verhalten und nur wenn Kinder und Jugendliche wissen, wohin sie sich wenden können, kann schwere und langjährige Gewalt frühzeitig verhindert werden. Professionelle sexuelle Bildung trägt wesentlich zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertes von Kindern und Jugendlichen bei. Sexualpädagogik ist wesentlicher Bestandteil des Kinderschutzes sowie der Prävention von ungeplanten Schwangerschaften und sexuell übertragbarer Krankheiten. Externe Fachkräfte dienen oft als Vertrauenspersonen für betroffene Kinder und Jugendliche und können auch an Beratungseinrichtungen weitervermitteln.
Gewaltprävention und Sexualerziehung gehen Hand in Hand
Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser und des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser bieten seit Jahren Workshops und Seminare in Schulen zur Verhinderung aller Formen der Gewalt – vor allem häuslicher Gewalt – sowie über Genderstereotype, Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Kinderrechte und Frauenrechte an, sie werden seit Jahren von Lehrer*innen und Direktor*innen zu diesen Themen eingeladen. Themen wie Sexualität, Geschlechter, Geschlechternormen sowie sexuelle Orientierungen werden dabei ebenfalls behandelt, weil sie zentrale Elemente zur Verhinderung von sexueller Gewalt und Partnergewalt sein können. Nicht selten arbeiten wir vernetzt und gemeinsam mit Kollegen der Männerberatungsstellen, wie White Ribbon, dem Verein Poika für geschlechtsspezifische Burschenarbeit sowie Kolleg*innen vom Team „Gewaltfrei Leben“ und der Bundesjugendvertretung (BJV) zusammen, um vor allem auch männliche Kinder und Jugendliche zu unterstützen und zu informieren.
In allen Schulen gibt es viele engagierte Lehrer*innen und Direktor*innen, sie setzen sich für eine umfassende Unterstützung ihrer Schüler*innen ein. Sie müssen daher weiterhin autonom entscheiden können, wie sie die Sexualpädagogik in der Praxis gestalten und welche Fachkräfte und Vereine sie dabei zur Unterstützung an ihre Schulen holen. Frauenhäuser und der Verein AÖF bieten die Seminare oftmals kostenlos an, weil Schulen dieses Angebot nicht abgelten können.
Die Gewährleistung einer adäquaten Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlichen und damit verbundener Gewaltprävention soll jedoch nicht dem individuellen Engagement einzelner Akteur*innen an Schulen überlassen werden, daher ist der flächendeckende Ausbau an Gewaltprävention und Sexualpädagogik an Schulen wichtig und eine zentrale Forderung der AÖF.
Wir appellieren daher an die neue Regierung bzw. an das Bildungsministerium, externe Gewaltprävention und Sexualerziehung auszubauen und Vereine und externe Fachkräfte finanziell abzugelten und somit deren professionelle Arbeit wertzuschätzen und die sexuelle Integrität kommender Generationen sicherzustellen.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Es gibt Hilfe!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555, rund um die Uhr, anonym, kostenlos und mehrsprachig: www.frauenhelpline.at
Kinderwebsite: www.gewalt-ist-nie-ok.at
Onlineberatung für Mädchen und Frauen im Helpchat: www.haltdergewalt.at

Presseinformation
Gewalt ist nie ok – die Online-Hilfe für Kinder und Jugendliche
Wien, 11.6.2019. Egal welchen Alters, welchen Geschlechts oder welcher Kultur – Gewalt gegen Mitmenschen ist nie ok. Besonders Kinder und Jugendliche haben es hier oft besonders schwer, Hilfe und Vertrauenspersonen zu finden. Der Verein AÖF bietet neben der österreichweiten Frauenhelpline 0800 222 555 daher zusätzlich kompetente Online-Hilfe durch die Website gewalt-ist-nie-ok.at. So bekommen Kinder und Jugendliche umfangreiche Informationen und sie lernen Gewalt zu erkennen und wie sie sich schützen können.
Kinder und Jugendliche sind oft Betroffene oder ZeugInnen von Gewalt – sehr häufig daheim, aber auch im öffentlichen Raum, im Park, beim Sport, in Schulen und verschiedenen Institutionen. Daher benötigen sie unsere besondere Aufmerksamkeit und konkrete Unterstützung. Die Kinderwebsite gewalt-ist-nie-ok.at setzt hier an.
Hilfe für Kinder und Jugendliche gegen Gewalt, Verletzungen und Übergriffe
Das kindgerechte Online-Portal gewalt-ist-nie-ok.at bietet Hilfe und Unterstützung auf Augenhöhe und vor allem auch anonym. Anhand von Trickfilm-Video-Beispielen, die Geschichten von betroffenen Kindern erzählen, wird Kindern und Jugendlichen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, geschildert, wie und wo sie sich Hilfe holen können. Aufgegriffen werden Themen wie das Mitansehen müssen von psychischer und körperlicher Gewalt seitens des Vaters gegen die Mutter, kontrollierendes Verhalten des Vaters, Zwangsverheiratung und Männlichkeitsbilder.
Der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser hat die Website gemeinsam mit ExpertInnen aus der Gewaltprävention und dank großzügiger Finanzierung unseres langjährigen Partners Drei hilft und mit Hilfe der Agentur flamme rouge erst kürzlich im neuen Responsive Design relauncht und kompatibel für Smartphones gemacht. Drei Hilft finanzierte darüber hinaus die Übersetzung der Website ins Englische und Türkische – wir bedanken uns sehr herzlich für die großartige Unterstützung!
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at / www.frauenhelpline.at

Presseinformation
Initiative „Vergissmeinnicht“ denkt auch an die autonomen Frauenhäuser und an von Gewalt betroffene Frauen und Kinder
Wien, 25.4.2019. „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ hat gestern am 24. April 2019 traditionell zusammen mit VertreterInnen ihrer gemeinnützigen Mitgliedsorganisationen am Maria-Theresien-Platz in Wien als Zeichen der Anerkennung symbolisch Vergissmeinnicht-Blumen gepflanzt. Die VertreterInnen der 86 Mitgliedsorganisationen sagten mit dieser Geste gemeinsam DANKE an ihre TestamentsspenderInnen, die mit ihren Vermächtnissen wichtige gemeinnützige Projekte ermöglichen und so die Zukunft für kommende Generationen mitgestalten.
2018 wurden in Österreich gemeinnützige Organisationen mit 63,5 Millionen Euro in Form von Testamentsspenden unterstützt. Wichtigster Beweggrund für eine Testamentsspende ist der „gute Wille“ sowie die Möglichkeit, sich über das Leben hinaus für eine wichtige Sache einzusetzen. Seit diesem Jahr ist auch der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser Mitglied bei der Initiative „Vergissmeinnicht“.
Konkrete Hilfe und Unterstützung
Als Dachorganisation der autonomen Frauenhäuser in Österreich unterstützen wir betroffene Frauen und Kinder durch konkrete Hilfe, Information und Öffentlichkeitsarbeit. Im Verein sind sowohl die Informationsstelle gegen Gewalt als Informationsdrehscheibe zur Verhinderung von (häuslicher) Gewalt, sowie die Frauenhelpline 0800 222 555, die österreichweite telefonische 24-Stunden-Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen, angesiedelt. Gemeinsam mit den Frauenhäusern engagieren wir uns unermüdlich für ein Ende der Gewalt an Frauen und Kindern und deren Schutz, Sicherheit und Unterstützung. Darüber hinaus bietet der Helpchat Online-Beratung, Kinder und Jugendliche werden durch die Website www.gewalt-ist-nie-ok.at gestärkt.
„Mit einem Vermächtnis an die autonomen Frauenhäuser (www.aoef.at) leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Morden und schwerer Gewalt an Frauen und Kindern in der Familie. Frauenhäuser sind Schutz- und lebensrettende Einrichtungen. Für viele Frauen und Kinder ist der Schritt in ein Frauenhaus der Weg in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Mit Hilfe der Frauenhäuser schaffen es betroffene Frauen „wieder Fuß zu fassen“, ihre Berufstätigkeit fortzusetzen, eine Ausbildung zu beginnen, einen neuen Job zu finden, sich eine eigene Wohnung leisten zu können und sich somit eine neue Existenz aufzubauen“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin Verein AÖF.
Die autonomen Frauenhäuser bieten Betroffenen umfassende Unterstützung – von Schutz und Sicherheit über psychosoziale und medizinische Hilfe bis hin zu juristischer Begleitung. Jede Spende und jeder Beitrag helfen uns, von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten.
Rückfragehinweis:
AÖF – Verein Autonome österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 01 / 544 08 20 22 oder 0664 793 07 89
www.aoef.at
Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser freut sich sehr über eine Kooperation mit der österreichischen Rock/Pop Band SOLARJET – mit ihrer neuen Single „HELLWACH“ setzt die Band ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern.

Der Song und das Video – das heute am Karfreitag, 19 April, veröffentlicht wird – sollen aufzeigen, wie alltäglich Gewalt gegen Frauen und Kinder, auch in unseren Breitengraden, ist. Menschen sollen ermutigt werden, zusammen „hellwach“ zu sein und konkrete Schritte dagegen zu setzen.
Jeder Klick und jeder Download kommt der Arbeit der autonomen österreichischen Frauenhäuser zugute – z.B. mit nur 1€ für einen Download oder einer kurzen Mail an den Lieblings-Radiosender mit der Bitte den Song zu spielen oder auf Facebook mit einem Klick auf „Teilen“. Der Song ist auf allen gängigen Download-Plattformen erhältlich.
Übersicht: https://song.link/SolarjetHellwach
Screenshot aus dem Video zu "HELLWACH", (C) Watts Music
Carina-Antl.jpg)
Statement von René Podesser, Sänger und Songwriter von SOLARJET:
„Nach unseren letzten Chart-Erfolgen und erfolgreichen Tourneen durch Schulen, Clubs und Festivals im gesamten deutschsprachigen Raum, war es uns ein Anliegen zu diesem, leider immer noch so aktuellen, Thema Stellung zu beziehen und zu sagen: Gewalt, egal in welcher Form, ist nie in Ordnung und schon gar nicht irgendwie cool.“
Live-Auftritte von SOLARJET in Guten Morgen Österreich vom 18.4. (7 Tage anschaubar):
Guten Morgen Österreich um 7:30, "Hellwach"
Guten Morgen Österreich um 8:30, "Ohne MakeUp"
Der Verein AÖF gratuliert zum gelungenen Song und Video und bedankt sich herzlich bei SOLARJET und ihrem gesamten Team für das Engagement für Gewaltfreiheit und die großartige Unterstützung unserer Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen und Kindern!
Infos zum Song:
Titel: Hellwach
Interpret: SOLARJET
Musik: René Podesser, Johannes Herbst
Text: René Podesser
Label+Verlag: Watts Music GmbH
Release: 19.04.2019
Band-Foto: (C) Carina Antl Photography
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
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