
Pressemitteilung
Opferschutz wird während der Corona-Krise ausgebaut:
Zusätzlich zur Frauenhelpline 0800 222 555 bietet auch die Onlineberatung HelpChat www.haltdergewalt.at täglich Hilfe an
Wien, 19.3.2020. Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus „Covid-19“ in ganz Österreich und den dazugehörigen notwendigen Quarantänemaßnahmen ist das Risiko hoch, dass die häusliche Gewalt an Frauen und Kindern massiv steigt. Da viele Familien die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen werden müssen, was Überforderungen, Stress und Eskalationen auslösen kann. Gerade in dieser Situation brauchen Betroffene von häuslicher Gewalt erweiterte Möglichkeiten sich Hilfe und Unterstützung zu holen.
Ab heute steht die Onlineberatung auf www.haltdergewalt.at täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen zur Verfügung. Mehrere Beraterinnen bieten in dieser Zeit Hilfe und Unterstützung während der Corona-Krise an. Hilfesuchende Frauen und Mädchen können sich mit einem selbstgewählten Benutzerinnennamen anmelden und ein Passwort anlegen.
Der HelpChat www.haltdergewalt.at bietet anonyme und vertrauliche Hilfestellung für Frauen und Mädchen, die in ihrem Lebensumfeld von Gewalt in jeder Form – psychisch, physisch, sexuell – betroffen sind.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frauenministerin Susanne Raab für den Ausbau und für die finanzielle Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in Zeiten wie diesen. Bedanken möchten wir uns auch sehr beim Mobilfunkanbieter Drei, der im Rahmen von Drei Hilft, den HelpChat schon seit Jahren finanziell unterstützt. Ohne die Ausstattung und Unterstützung von Drei Hilft wäre dieser schnelle Ausbau der Onlineberatung nicht möglich. Ein großes Dankeschön im Namen aller betroffenen Frauen und Mädchen!
Die Beraterinnen des HelpChat www.haltdergewalt.at und der Frauenhelpline sind auch in dieser Ausnahmesituation für Sie da. Loggen Sie sich ein oder rufen Sie an!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos und mehrsprachig
www.frauenhelpline.at
HelpChat „Halt der Gewalt“
Onlineberatung, kostenlos, täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr
www.haltdergewalt.at
Danke für die Unterstützung:
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Pressemitteilung
Die Frauenhelpline 0800 222 555 hilft auch in Zeiten von Quarantäne
Wien, 12.3.2020. Das Corona-Virus und die notwendigen Quarantänemaßnahmen zwingen uns für die nächsten Wochen eine veränderte Lebenssituation auf. Viele Familien werden die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen müssen, was oft Stress auslösen kann. Erfahrungsgemäß sind das auch Zeiten, in denen die familiäre Gewalt steigt! Betroffene von häuslicher Gewalt brauchen aber auch in Zeiten von Quarantäne Hilfe und Unterstützung.
Auch wenn wir die Quarantänemaßnahmen verstehen und akzeptieren müssen, für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder kann diese Situation gefährlich werden. Beweise, dass wenn Familien vermehrt ihre Zeit zu Hause verbringen, auch die Gewalt zunimmt, gibt es bereits aus China: https://wienerin.at/coronavirus-quarantane-china-steigen-falle-hauslicher-gewalt
Die Beraterinnen der Frauenhelpline 0800 222 555 sind auch in dieser Ausnahmesituation rund um die Uhr für Sie da. Rufen Sie an!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos und mehrsprachig
www.frauenhelpline.at
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Pressemitteilung
Ein Skandal! Frauenhäuser Salzburg und Hallein werden zerstört statt unterstützt! Wir fordern die sofortige Zurückziehung der Ausschreibung der Frauenhäuser!
Wien, 19.02.2020. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser ist schockiert, entsetzt und empört über die Ausschreibung der Frauenhäuser Salzburg und Hallein! Wie heute bekannt wurde, hat die zuständige Salzburger Landesrätin Andrea Klambauer von den NEOS angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Wochen die beiden Frauenhäuser für das Jahr 2021 ausschreiben zu lassen. Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser Salzburg und Hallein wurden völlig unvorbereitet damit konfrontiert.
Das kommt einer Zerschlagung und quasi einer Schließung der Häuser gleich! Durch den de facto „Rausschmiss“ der Frauenhausmitarbeiterinnen werden über 30 Jahre aufgebaute Frauenhausarbeit und die Betreuung der betroffenen Frauen nach internationalen Qualitätsstandards ignoriert und zerstört. Anstatt die erfahrenen und gut arbeitenden Mitarbeiterinnen zu unterstützen, werden die Frauenhäuser zerschlagen!
Frauenhäuser sind lebensrettende Einrichtungen – besonders dann, wenn wie aktuell fast jede Woche eine Frau durch ihren (Ex-)Partner ermordet wird. Die Ausschreibung seitens Landesrätin Klambauer stellt den Fortbestand der Häuser in Frage und somit auch die Sicherheit von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern!
Die Landesrätin ignoriert die Grundprinzipien der Frauenhäuser sowie das Expertinnenwissen der Mitarbeiterinnen und Datenschutzbestimmungen werden nicht eingehalten. Zu einer überbordenden Bürokratie kommen Misstrauen, Kontrollverhalten und die Androhung von Sanktionen gegenüber Frauenhausmitarbeiterinnen. Es gibt sogar Fälle, wo Gewalttäter (!) über die Landesregierung Druck ausüben und dieser Druck wird an die Frauenhäuser weitergegeben, indem sie gezwungen werden, Dokumente von Frauen zu übermitteln.
Das alles ist Schikane! So ein Vorgehen ist Gewalt! Anstatt Druckausübung und unsichere Situationen zu schaffen, brauchen die Frauenhäuser die bestmöglichste Unterstützung, um Frauen und Kinder zu schützen. Dazu gehört die dringende substanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung. Betroffene Frauen und Kinder haben das Recht auf Schutz und Unterstützung, wie es die Istanbul-Konvention, die Österreich im Jahr 2013 ratifiziert hat, vorsieht1.
Wir fordern daher Landesrätin Klambauer und die Salzburger Landesregierung dringend auf, diese Ausschreibung zurückzuziehen! Wettbewerbsgedanken und Selbstprofilierung einzelner PolitikerInnen sind hier fehl am Platz – es geht um Leib und Leben von Menschen!
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
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Bereits der 4. Frauenmord 2020! Dringender Appell an die Regierung, Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen
Wien, 06.02.2020. Wie 2019 geendet hat, so geht es leider auch im Jahr 2020 weiter – gestern ist eine 33-jährige Frau, die von einem Mann vor 2 Tagen in Graz auf offener Straße mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde, im Krankenhaus gestorben. Sie ist damit schon die 4. Frau, die in diesem Jahr von einem Mann ermordet wurde.
Während in diesem Frauenmord das Opfer den Täter angeblich nicht gekannt hatte, war in den 3 weiteren Fällen der Partner oder ein Bekannter der Frau der (mutmaßliche) Täter. Im Jänner hat in Ybbs an der Donau ein Mann seine Ehefrau und Mutter zweier Kinder getötet und in Wien Floridsdorf wurde eine 28-jährige Frau in einem Wohnhaus tot aufgefunden – sie wurde (vermutlich) von einem Bekannten erwürgt. Anfang Februar hat in der Obersteiermark ein Mann seine Ehefrau und Mutter eines dreijährigen Kindes erstochen. Außerdem verübte ein Mann in Wien schwere Gewalt an seiner 81-jährigen Mutter, in Villach hat ein Mann seine schwangere Lebensgefährtin geschlagen und mit dem Umbringen bedroht und in Wien Meidling hat ein Mann versucht, seine Lebensgefährtin umzubringen.
Schwere Gewalt und Frauenmorde in Österreich werden von Tag zu Tag unerträglicher!
Es geht um Leib und Leben von Menschen!
Daher fordern wir die Regierung einmal mehr auf endlich zu handeln und viel mehr Budget für effektive Maßnahmen für Schutz und Sicherheit von Frauen und ihren Kindern aufzustellen.
Jede Frau muss wissen wohin sie sich bei Gewalt wenden kann und alle Frauen- und Opferschutzorganisationen, die diese Arbeit leisten, benötigen dringend substanzielle finanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung.
Es braucht dauerhafte und flächendeckende Bewusstseinskampagnen, besonders um die Nummer der Frauenhelpline 0800 222 555 in der breiten Bevölkerung bekannter zu machen.
Bewusstseinsbildung, wirksame und sinnvolle Gewaltpräventionsmaßnahmen und ein echter Schutz vor häuslicher Gewalt kosten Geld! Ein Budget von mindestens 210 Millionen Euro pro Jahr!
Österreich hat 2013 die Istanbul-Konvention ratifiziert. Wir erwarten daher die tatsächliche Umsetzung der in der Konvention angeführten opferschutzorientierten Maßnahmen. Dazu gehört auch, dass bei Gewalttaten das vorgesehene maximale Strafausmaß auch wirklich angewendet wird und gefährliche Täter in U-Haft genommen werden.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer,
www.aoef.at

Pressemitteilung
Erster Mord an einer Frau 2020 – erneut hisst der AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser die Schwarze Fahne – wie lange müssen wir noch auf wirksame Maßnahmen warten?!
Wien, 16.1.2020. Heute soll ein Mann in Ybbs an der Donau seine Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die beiden Kinder, 18 und 16 Jahre alt, mussten den Mord an ihrer Mutter mitansehen und eines der Kinder hatte auch die Polizei verständigt. Wenige Tage zuvor gab es bereits einen Mordversuch eines Mannes an seiner Lebensgefährtin in Wien/Meidling – sie überlebte schwer verletzt.
Der Verein AÖF ist erschüttert, dass die Serie an Frauenmorden nach den 41 Morden im Jahr 2018 und 34 im Vorjahr fast nahtlos weitergeht. Erneut wurden Kinder ZeugInnen der schrecklichen Tat und mussten selbst Hilfe holen. Erneut passierte eine Tat in Niederösterreich – ein Bundesland, wo in der jüngsten Vergangenheit besonders viele Morde an Frauen verübt wurden.
Einmal mehr appellieren wir eindringlich an die aktuelle Regierung, dass es mehr als an der Zeit ist, in effektive Maßnahmen für Schutz und Sicherheit von Frauen und deren Kindern zu investieren.
Lange Jahre hatte Österreich im internationalen Vergleich Vorbildcharakter im Gewalt- und Opferschutzbereich – die vorhandenen Gesetze sind gut. Doch anstatt das maximale Strafausmaß auch anzuwenden und gefährliche Täter in U-Haft zu nehmen, herrscht Ablenkungspolitik, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Täterschutz. Dies trägt kein bisschen dazu bei, dass die Situation für betroffene Frauen und Kinder verbessert wird – im Gegenteil.
Anstatt fragwürdige, für den Opferschutz problematische und nicht gut durchdachte Gesetzesnovellierungen zu verabschieden, erwarten wir uns die tatsächliche Umsetzung von opferschutzorientierten Maßnahmen, effektive Prävention und eine signifikante Erhöhung des Budgets des Frauenministeriums – angesichts der hohen Folgekosten von Gewalt – auf 210 Millionen Euro.
Wie lange müssen die Frauen in Österreich – jede 5. Frau ab ihrem 15. Lebensjahr wird Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt – noch darauf warten?
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
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