
Presseinformation
Dringender Appell an die Bundesregierung, insbesondere an Frau Bundesministerin Susanne Raab und Herrn Gesundheitsminister Rudi Anschober: Frauen* dürfen in Krisenzeiten und bei sexueller Gewalt nicht im Stich gelassen werden.
Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser und Expert*innen fordern einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbrüchen in Zeiten von Corona!
Wien, 24.04.2020. Der Zugang zu Verhütungsmittel ist für viele Frauen* und Mädchen* generell schwer, vor allem viel zu teuer. Erst recht jetzt während der Corona-Krise, wo viele Frauen* und Mädchen* mit existenziellen und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und womöglich von häuslicher Gewalt bedroht und betroffen sind. Gerade jetzt, wo sie mit ihren Peinigern „eingesperrt“ sind, aufgrund der sozialen Kontrolle nicht einmal ungestört telefonieren können und womöglich von ihren gewalttätigen Partnern am Gang zur Apotheke oder am Zugang zum Computer und damit zu Terminvereinbarungen mit der Ärzt*in oder zu Online-Apotheken gehindert werden.
Häusliche Gewalt umfasst viele Formen, auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigung. Die Gefahr, vermehrt sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu sein, ist derzeit noch viel größer als sonst, was das Risiko für ungewollte Schwangerschaften erhöht. Ungewollte Schwangerschaften bringen Frauen* und Mädchen* in besonders große Schwierigkeiten, in ungewollte Abhängigkeiten, in psychische und finanzielle Ausweglosigkeiten.
Schwangerschaftsabbrüche sind für viele Frauen* der letzte Ausweg und sind insbesondere in der jetzigen Krise für viele unerschwinglich, weil Österreich das einzige Land in West-Europa ist, in dem Frauen dies selbst bezahlen müssen. Schwangerschaftsabbrüche sind deshalb nicht nur teuer, für viele Frauen* und Mädchen* insbesondere in ländlichen Regionen stellt der lange Weg zu Ärzt*innen oder in eine Abtreibungsklinik eine große und teilweise unüberwindbare Herausforderung dar.
Herr DDr. Christian Fiala, Gynäkologe und Leiter des Gynmed-Ambulatoriums für Familienplanung, das auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt, fordert generell und insbesondere in Corona-Zeiten für alle Bundesländer einen ungehinderten Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen – ganz besonders für Frauen auf dem Land: „Die Probleme sind vielschichtig, es geht um fehlende Kostenübernahme und eine fehlende wohnortnahe Versorgung, diese Probleme haben sich durch die Corona-Krise verstärkt. Frauen dürfen in Krisenzeiten nicht den Preis bezahlen. Die Regierung hat in kürzester Zeit ein unglaubliches Ausmaß an Geldern lockergemacht, aber auf Frauen wird wieder vergessen, sie gehen in der Reproduktion und beim Gewaltschutz und in vielen Bereichen unter. Es braucht dringend Geld für kostenlose Verhütungsmittel und für einen kostenlosen Schwangerschaftsabbruch“.
Die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs in allen öffentlichen Spitälern und allen Bundesländern flächendeckend durchführen zu können und den kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln zu ermöglichen fordert auch der Österreichische Frauenring seit Jahren.
„Frauen*, die sich gerade jetzt in einer persönlichen Notsituation befinden, können nicht warten, da ihnen die Zeit davonläuft und sie vor ein großes seelisches und körperliches Problem gestellt werden. In Zeiten der Corona-Krise darf es nicht passieren, dass sie in ihrer Notsituation allein gelassen werden und keine Möglichkeit haben, Zugang zu fachärztlicher Behandlung zu finden. Frauen* sind keine Menschen 2. Klasse und haben ebenso ein Recht darauf. Hier erwarte ich mir sowohl von Frauenministerin Raab und Gesundheitsminister Anschober eine klare, feministische, verbindliche Zusage zugunsten der betroffenen Frauen*“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.
Dr.in Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) fordert dies ebenfalls.
https://www.w24.at/News/2020/4/Schwieriger-Zugang-zum-Schwangerschaftsabbruch (weitere Infos hier: http://changes-for-women.org/ )
Verhütungsmittel müssen daher unbedingt ohne Ärzt*inbesuch kostenlos und ohne Rezept erhältlich sein. Auch der Zugang und die Kosten von Schwangerschaftsabbrüchen müssen erleichtert und übernommen werden.
Wir fordern daher generell und insbesondere während der Corona-Krise:
• Kostenlose und rezeptfreie Verhütungsmittel
• Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in allen Krankenhäusern
• Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen für alle Frauen*
• Rasche Umsetzung der Senkung des USt-Satzes für Damenhygieneartikel laut Regierungsprogramm von Türkis-Grün
Frauen* haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben!
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer,
www.aoef.at

Pressemitteilung
Opferschutz wird während der Corona-Krise ausgebaut:
Zusätzlich zur Frauenhelpline 0800 222 555 bietet auch die Onlineberatung HelpChat www.haltdergewalt.at täglich Hilfe an
Wien, 19.3.2020. Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus „Covid-19“ in ganz Österreich und den dazugehörigen notwendigen Quarantänemaßnahmen ist das Risiko hoch, dass die häusliche Gewalt an Frauen und Kindern massiv steigt. Da viele Familien die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen werden müssen, was Überforderungen, Stress und Eskalationen auslösen kann. Gerade in dieser Situation brauchen Betroffene von häuslicher Gewalt erweiterte Möglichkeiten sich Hilfe und Unterstützung zu holen.
Ab heute steht die Onlineberatung auf www.haltdergewalt.at täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen zur Verfügung. Mehrere Beraterinnen bieten in dieser Zeit Hilfe und Unterstützung während der Corona-Krise an. Hilfesuchende Frauen und Mädchen können sich mit einem selbstgewählten Benutzerinnennamen anmelden und ein Passwort anlegen.
Der HelpChat www.haltdergewalt.at bietet anonyme und vertrauliche Hilfestellung für Frauen und Mädchen, die in ihrem Lebensumfeld von Gewalt in jeder Form – psychisch, physisch, sexuell – betroffen sind.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frauenministerin Susanne Raab für den Ausbau und für die finanzielle Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in Zeiten wie diesen. Bedanken möchten wir uns auch sehr beim Mobilfunkanbieter Drei, der im Rahmen von Drei Hilft, den HelpChat schon seit Jahren finanziell unterstützt. Ohne die Ausstattung und Unterstützung von Drei Hilft wäre dieser schnelle Ausbau der Onlineberatung nicht möglich. Ein großes Dankeschön im Namen aller betroffenen Frauen und Mädchen!
Die Beraterinnen des HelpChat www.haltdergewalt.at und der Frauenhelpline sind auch in dieser Ausnahmesituation für Sie da. Loggen Sie sich ein oder rufen Sie an!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos und mehrsprachig
www.frauenhelpline.at
HelpChat „Halt der Gewalt“
Onlineberatung, kostenlos, täglich von 15:00 bis 22:00 Uhr
www.haltdergewalt.at
Danke für die Unterstützung:
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Pressemitteilung
Die Frauenhelpline 0800 222 555 hilft auch in Zeiten von Quarantäne
Wien, 12.3.2020. Das Corona-Virus und die notwendigen Quarantänemaßnahmen zwingen uns für die nächsten Wochen eine veränderte Lebenssituation auf. Viele Familien werden die nächste Zeit vermehrt zu Hause verbringen müssen, was oft Stress auslösen kann. Erfahrungsgemäß sind das auch Zeiten, in denen die familiäre Gewalt steigt! Betroffene von häuslicher Gewalt brauchen aber auch in Zeiten von Quarantäne Hilfe und Unterstützung.
Auch wenn wir die Quarantänemaßnahmen verstehen und akzeptieren müssen, für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder kann diese Situation gefährlich werden. Beweise, dass wenn Familien vermehrt ihre Zeit zu Hause verbringen, auch die Gewalt zunimmt, gibt es bereits aus China: https://wienerin.at/coronavirus-quarantane-china-steigen-falle-hauslicher-gewalt
Die Beraterinnen der Frauenhelpline 0800 222 555 sind auch in dieser Ausnahmesituation rund um die Uhr für Sie da. Rufen Sie an!
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
österreichweit, rund um die Uhr, kostenlos und mehrsprachig
www.frauenhelpline.at
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
Pressemitteilung
Ein Skandal! Frauenhäuser Salzburg und Hallein werden zerstört statt unterstützt! Wir fordern die sofortige Zurückziehung der Ausschreibung der Frauenhäuser!
Wien, 19.02.2020. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser ist schockiert, entsetzt und empört über die Ausschreibung der Frauenhäuser Salzburg und Hallein! Wie heute bekannt wurde, hat die zuständige Salzburger Landesrätin Andrea Klambauer von den NEOS angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Wochen die beiden Frauenhäuser für das Jahr 2021 ausschreiben zu lassen. Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser Salzburg und Hallein wurden völlig unvorbereitet damit konfrontiert.
Das kommt einer Zerschlagung und quasi einer Schließung der Häuser gleich! Durch den de facto „Rausschmiss“ der Frauenhausmitarbeiterinnen werden über 30 Jahre aufgebaute Frauenhausarbeit und die Betreuung der betroffenen Frauen nach internationalen Qualitätsstandards ignoriert und zerstört. Anstatt die erfahrenen und gut arbeitenden Mitarbeiterinnen zu unterstützen, werden die Frauenhäuser zerschlagen!
Frauenhäuser sind lebensrettende Einrichtungen – besonders dann, wenn wie aktuell fast jede Woche eine Frau durch ihren (Ex-)Partner ermordet wird. Die Ausschreibung seitens Landesrätin Klambauer stellt den Fortbestand der Häuser in Frage und somit auch die Sicherheit von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern!
Die Landesrätin ignoriert die Grundprinzipien der Frauenhäuser sowie das Expertinnenwissen der Mitarbeiterinnen und Datenschutzbestimmungen werden nicht eingehalten. Zu einer überbordenden Bürokratie kommen Misstrauen, Kontrollverhalten und die Androhung von Sanktionen gegenüber Frauenhausmitarbeiterinnen. Es gibt sogar Fälle, wo Gewalttäter (!) über die Landesregierung Druck ausüben und dieser Druck wird an die Frauenhäuser weitergegeben, indem sie gezwungen werden, Dokumente von Frauen zu übermitteln.
Das alles ist Schikane! So ein Vorgehen ist Gewalt! Anstatt Druckausübung und unsichere Situationen zu schaffen, brauchen die Frauenhäuser die bestmöglichste Unterstützung, um Frauen und Kinder zu schützen. Dazu gehört die dringende substanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung. Betroffene Frauen und Kinder haben das Recht auf Schutz und Unterstützung, wie es die Istanbul-Konvention, die Österreich im Jahr 2013 ratifiziert hat, vorsieht1.
Wir fordern daher Landesrätin Klambauer und die Salzburger Landesregierung dringend auf, diese Ausschreibung zurückzuziehen! Wettbewerbsgedanken und Selbstprofilierung einzelner PolitikerInnen sind hier fehl am Platz – es geht um Leib und Leben von Menschen!
Kontakt:
Mag.a Maria Rösslhumer
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Tel.: 0664 793 07 89
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Pressemitteilung
Bereits der 4. Frauenmord 2020! Dringender Appell an die Regierung, Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen
Wien, 06.02.2020. Wie 2019 geendet hat, so geht es leider auch im Jahr 2020 weiter – gestern ist eine 33-jährige Frau, die von einem Mann vor 2 Tagen in Graz auf offener Straße mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde, im Krankenhaus gestorben. Sie ist damit schon die 4. Frau, die in diesem Jahr von einem Mann ermordet wurde.
Während in diesem Frauenmord das Opfer den Täter angeblich nicht gekannt hatte, war in den 3 weiteren Fällen der Partner oder ein Bekannter der Frau der (mutmaßliche) Täter. Im Jänner hat in Ybbs an der Donau ein Mann seine Ehefrau und Mutter zweier Kinder getötet und in Wien Floridsdorf wurde eine 28-jährige Frau in einem Wohnhaus tot aufgefunden – sie wurde (vermutlich) von einem Bekannten erwürgt. Anfang Februar hat in der Obersteiermark ein Mann seine Ehefrau und Mutter eines dreijährigen Kindes erstochen. Außerdem verübte ein Mann in Wien schwere Gewalt an seiner 81-jährigen Mutter, in Villach hat ein Mann seine schwangere Lebensgefährtin geschlagen und mit dem Umbringen bedroht und in Wien Meidling hat ein Mann versucht, seine Lebensgefährtin umzubringen.
Schwere Gewalt und Frauenmorde in Österreich werden von Tag zu Tag unerträglicher!
Es geht um Leib und Leben von Menschen!
Daher fordern wir die Regierung einmal mehr auf endlich zu handeln und viel mehr Budget für effektive Maßnahmen für Schutz und Sicherheit von Frauen und ihren Kindern aufzustellen.
Jede Frau muss wissen wohin sie sich bei Gewalt wenden kann und alle Frauen- und Opferschutzorganisationen, die diese Arbeit leisten, benötigen dringend substanzielle finanzielle Aufstockung der Mittel sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung.
Es braucht dauerhafte und flächendeckende Bewusstseinskampagnen, besonders um die Nummer der Frauenhelpline 0800 222 555 in der breiten Bevölkerung bekannter zu machen.
Bewusstseinsbildung, wirksame und sinnvolle Gewaltpräventionsmaßnahmen und ein echter Schutz vor häuslicher Gewalt kosten Geld! Ein Budget von mindestens 210 Millionen Euro pro Jahr!
Österreich hat 2013 die Istanbul-Konvention ratifiziert. Wir erwarten daher die tatsächliche Umsetzung der in der Konvention angeführten opferschutzorientierten Maßnahmen. Dazu gehört auch, dass bei Gewalttaten das vorgesehene maximale Strafausmaß auch wirklich angewendet wird und gefährliche Täter in U-Haft genommen werden.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer,
www.aoef.at
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