Verfassungsgerichtsurteil verstärkt Ungleichberechtigung zwischen Frauen und Männern
Müttern bleiben die alltäglichen SorgePflichten der Kinder – Väter erhalten SorgeRechte
17. Juli 2012: Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen zeigen sich erschüttert über das jüngste Verfassungsgerichtsurteil, welches den § 166 ABGB aufgehoben hat und unehelichen Vätern gegen den Willen der Mutter ein Antragsrecht zur Obsorge des Kindes einräumen will. Dieses Urteil geht eindeutig auf Kosten der Mütter, die zu einem überwiegenden Teil in unserer Gesellschaft die Alleinerzieherinnen sind und die mehrheitlich bis zu 100% Betreuungspflichten von Kindern übernehmen (müssen). Frauen sind es, die wegen ihrer Kinder Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse mit schlechter Bezahlung annehmen und meist auf Ausbildung, Karriere und Aufstiegschancen verzichten, Jobverlust und Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen müssen. Frauen sind vielen Formen von Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt.
Appell an die Medien: Mithilfe zur Verhinderung von schwerer Gewalt an Frauen und Kindern
Wien, 12.12.2012: Innerhalb von zwei Wochen wurden drei Frauen von ihren Ehemännern ermordet und zwei Frauen waren Opfer von Mordversuchen durch ihren Partner. Kinder mussten die Gewalttaten mit ansehen oder waren direkt Opfer von Gewalt.
Die Zeit vor und rund um Weihnachten kann für viele Frauen und Kinder eine sehr schwierige und auch eine sehr gefährliche Zeit werden. Daher appellieren wir an die Medien und alle Institutionen, die Nummer der österreichweiten Frauenhelpline 0800/222 555 zu verbreiten und bekannt zu machen.
Wir fordern die Medien dazu auf, die Nummer überall zu schalten, im Serviceteil jeder Zeitung und in jeder Online-Zeitungen sowie dazu, sie in Funk und Fernsehen auszustrahlen.
Weihnachtsaktion: Wunschzettel der Frauenhäuser
Wien, 3.12.2012: Das Weihnachtsfest gilt als das Fest der Familie und der Liebe. Doch gerade in der Vorweihnachtszeit eskalieren oftmals die Streitigkeiten in der Familie.
Die Frauenhäuser bieten gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern einen Zufluchtsort. Ihre Mitarbeiterinnen versuchen jedes Jahr, den Frauen und ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest bescheren zu können. Das Budget dafür ist aber stets knapp.
Morde und Mordversuche an Frauen passieren oft in Trennungszeiten
Die Frauenhelpline 0800/222 555 bietet Hilfe bei Gewalt: rund um die Uhr, anonym und kostenlos
Wien, 26.11.2012: Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser ist tief erschüttert über die Morde und Mordversuche an Frauen in den letzten Nächten. Die Ereignisse der letzten Tage zeigen auf die traurigste Weise, wie wichtig der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ sind.
Bei beiden Mordfällen und bei einem der zwei Mordversuche am Wochenende mussten die Kinder die Schrecknisse miterleben. In einem Gewaltvorfall wurde die 15-jährige Tochter leicht, der 20-jährige Sohn bei dem Versuch, seine Mutter vor der Messerattacke des Vaters zu schützen, sogar schwer verletzt.
16 Tage für das Frauenrecht auf ein gewaltfreies Leben
Wien, 22. November 2012: „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet.
Auf der ganzen Welt nützen Fraueninitiativen den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember), um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen.
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) koordiniert seit 1992 die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ in Österreich und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Österreich.
In Kooperation mit anderen Vereinen stehen in diesem Jahr unter anderem eine „Filmnacht gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, die interdisziplinäre Ringvorlesung „Eine von fünf“ und ein Poetry Slam auf dem Programm. Darüber hinaus wurde vom Verein AÖF der neue Film „Schrittweise. Wege aus der Gewalt“ produziert.




