Frauenhäuser fordern verstärkt Opferschutz statt Täterschutz – vor allem von der Justiz
21.06.2013: Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und die Frauenhäuser sind tief erschüttert über den Mord an einer Frau, die in einem Wiener Frauenhaus Schutz gesucht hat, aber gestern auf offener Straße vor den Augen ihres zweijährigen Sohnes von ihrem Exmann brutal ermordet wurde. Der Täter ist der Polizei und Justiz wegen seiner Gewalttätigkeit seit Monaten bekannt. Er wurde bereits dreimal von der Polizei weggewiesen. Mehrere Anzeigen wegen Gewalt gegen seine Frau liegen vor. Strafrechtliche Konsequenzen gab es jedoch keine. Der Täter setzte sein gewalttätiges, quälendes und bedrohliches Verhalten seiner Frau und Kindern gegenüber weiterhin fort und ersticht die Frau vor den Augen des Sohnes.
"Es ist unverständlich, warum der Beschuldigte nicht schon viel früher in Untersuchungshaft genommen worden ist" so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Laut Paragraf 107b des Strafgesetzbuchs - fortgesetzte Gewaltausübung – wäre dies möglich gewesen.
Traurige Wahrheit ist, dass trotz Bekanntheit massiver Gewalttätigkeit die Justiz immer wieder Täter und die Gefahr, die von ihnen ausgeht nicht entsprechend erkennt, die zur Verfügung stehenden rechtlichen Maßnahmen nicht ausschöpft und somit Gewaltverbrechen an Frauen verharmlost.
Die Arbeitsgruppe „Migrantinnen und Gewalt“ fordert Ausbau der Rechte für Migrantinnen
12. März 2013: Seit gestern findet im Haus der Europäischen Union das Symposium „Migration von Frauen und strukturelle Gewalt“ ein weiteres Mal statt. Im Jahr 2002 organisierte die Arbeitsgruppe „Migrantinnen und Gewalt[1]“ das erste Symposium.
An zwei Tagen geben in- und ausländische Expertinnen aus der Wissenschaft und aus der Praxis Einblicke in ihre Arbeit und Auskunft über die derzeitige Realität von Migrantinnen in Österreich und in Europa.
„In den vergangenen Jahren wurden einige wichtige Verbesserungen im Gewaltschutzbereich vorgenommen, die auch für Migrantinnen besonders wichtig sind“, so Maria Rösslhumer, Koordinatorin der Arbeitsgruppe „Migrantinnen und Gewalt“ und Geschäftsführerin des Vereins AÖF.
35 JAHRE FRAUENHÄUSER – BEDARF NOTWENDIG WIE EH UND JE
Donnerstag, 7. März 2013: Heuer dürfen wir auf 35 Jahre „erfolgreiche“ Frauenhausarbeit, 25 Jahre Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF und 15 Jahre Frauenhelpline 0800/222 555 zurückblicken.
Die Geschichte der Frauenhäuser ist keine private, sondern eine politische, denn Gewalt an Frauen ist kein individuelles, sondern ein politisches und gesellschaftliches Problem. 1978 wurde in Wien das erste Frauenhaus eröffnet. „Beinahe jedes weitere Jahr kam ein Frauenhaus in einem anderen Bundesland hinzu, die innerhalb kurzer Zeit voll waren", erläutert Birgit Thaler-Haag, Obfrau des Vereins AÖF. 1988, anlässlich 10 Jahren Frauenhäuser und dem Bestehen von bereits 10 Frauenhäusern wurde der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF als Netzwerk und Vertretung der Frauenhäuser ins Leben gerufen.





