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    PA 14.01.2019: Immer mehr Mädchen und junge Frauen werden Opfer von Tötungsdelikten

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    Presseinformation

    Immer mehr Mädchen und junge Frauen werden Opfer von Tötungsdelikten – die Autonomen Frauenhäuser fordern konkrete Hilfsangebote und umfassende Bewusstseinskampagnen sowie Gewaltpräventionsarbeit für Heranwachsende

    Wien, 14.1.2019. Die ständig steigende Mordrate an Frauen in Österreich ist extrem alarmierend. Die Morde an Frauen haben sich seit 2014 mehr als verdoppelt, 2018 haben 36 Frauen ihr Leben vor allem durch Partnergewalt verloren. Anfang 2019 kam es innerhalb von 14 Tagen bereits zu drei Frauenmorden. „Jeder Mord an einer Frau ist ein Mord zu viel, aber die vielen Morde an Mädchen und jungen Frauen machen uns besonders große Sorgen“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser.

    Mädchen brauchen mehr Unterstützung und Hilfe

    Der gestrige Mord an einem 16-jährigen Mädchen durch ihren Ex-Freund in Wiener Neustadt, aber auch der Mord an einer 16-Jährigen in Steyr/Oberösterreich im Dezember 2018, ebenfalls durch ihren Ex-Freund, zeigen, dass Mädchen mehr Unterstützung und Hilfe was Beziehungen betrifft, benötigen.

    Sie sind in ihren ersten Beziehungen mit schwierigen Situationen oft alleine, können gewalttätiges Verhalten des Freundes zu wenig einschätzen, sie wissen oft nicht, was ein normales Verhalten ist und können die Gefährlichkeit einer Trennung nicht einschätzen. Die Mädchen wissen vielleicht nicht, wohin sie sich wenden können oder wem sie sich anvertrauen können, wenn der Freund gewaltbereit ist bzw. wird. Viele Mädchen und Frauen kennen die Warnzeichen einer beginnenden Gewaltbeziehung nicht. Auch Eltern, Geschwister und FreundInnen stehen oft ohnmächtig und hilflos daneben.

    Gewalttäter haben patriarchales Frauenbild

    Gewalttätige Burschen haben, genauso wie erwachsene Männer, ein patriarchales und frauenfeindliches Denkmuster. Sie manipulieren und neigen dazu, über Frauen zu bestimmen, Frauen zu erniedrigen und sie bloßzustellen. Sie beginnen die Freundin zu isolieren, zu kontrollieren, akzeptieren deren Wünsche und Bedürfnisse nicht und sind extrem eifersüchtig. Wenn es zu einer Trennung kommt, beginnen sie mit Drohungen und Sätzen wie „Ich bringe dich um oder ich bringe mich selber um, wenn du gehst“. Das sind alarmierende Zeichen, die zu schwerer Gewalt wie Mordversuchen und Morden führen können. Sie sind daher unbedingt ernst zu nehmen.

    In beiden Fällen waren die jungen Männer bereits auffällig bzw. den Behörden bekannt und hatten sogar schon mehrere Anzeigen. Um zukünftige Gewalttaten und Mordfälle zu verhindern, fordern wir die Regierung und das Bildungsministerium auf, in umfassende Gewaltpräventionsangebote in Schulen und Jugendeinrichtungen zu investieren und diese flächendeckend umzusetzen.

    Weiters fordern die Autonomen Frauenhäuser:

    • umfassende Hilfestellung für junge Frauen und Mädchen, um sie gegen jede Form der Gewalt zu stärken
    • intensive Gewaltpräventionsarbeit mit jungen Männern
    • generelle Gewaltpräventionsangebote für Kinder und Jugendliche
    • die Behörden wie Polizei, Justiz und das Amt für Kinder- und Jugendhilfe auf, auffällige und bekannte Gewalttäter zur Verantwortung zu ziehen und Gefährlichkeitseinschätzungen durchzuführen
    • gewalttätiges und auffälliges Verhalten von jungen Männern ernst zu nehmen und sie mit Konsequenzen zu konfrontieren
    • umfassende Informations- und Bewusstseinskampagnen über Gewalt an Frauen und Mädchen
    • die Errichtung von Mädchenhäusern, zusätzlich zu den Frauenhäusern

    Bezugnehmend auf die kürzlich von SOS-Mitmensch veröffentlichte Studie zu Mädchen- und Frauenrechten, möchten wir hinweisen, dass für fast 100 Prozent der befragten SchülerInnen das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen wichtig ist und mehr als drei Viertel sich mehr Information zur Prävention von Gewalt wünschen.

     

    Kontakt:
    AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
    Mag.a Maria Rösslhumer
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    Tel.: 0664 793 07 89
    www.aoef.at

     

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