
Presseaviso:
18.2.2019: Ein Bezirk stellt sich gegen Gewalt an Frauen und Kindern
Offizieller Auftakt des Nachbarschaftsprojekts „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Margareten
Gewalt in der Partnerschaft und häusliche Gewalt sind ein weit verbreitetes Problem und kommen überall und in allen sozialen Schichten vor. Die Betroffenen dieser Gewalt sind vor allem Frauen und Kinder. „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ ist ein am Gemeinwesen orientiertes Projekt mit dem Ziel, Partnergewalt und schwere Gewalt an Frauen und Kindern zu verhindern und Nachbarschaften zu stärken. Durch das Aufzeigen von Unterstützungsmöglichkeiten werden Nachbarinnen und Nachbarn darin bestärkt, sich Hilfe zu holen oder Hilfe zu bieten. Sie werden ermutigt, Gewalt nicht zu verschweigen. Die vielen Morde an Frauen zeigen die Notwendigkeit noch mehr Bewusstsein über Partnergewalt zu schaffen.
StoP kommt nach Wien
Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser, gemeinsam mit der Bezirksvorstehung Margareten, wohnpartner Wien, dem neunerhaus und dem Verein ZARA, laden am Montag, den 18. Februar, zum offiziellen Auftakt des Projekts „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ ein.
Wann: 18. Februar 2019, 9:30 Uhr
Wo: wohnpartner, Reumannhof, Margaretengürtel 100-110/5/1, 1050 Wien (Zugang Brandmayergasse 39)
Mit:
Mag.a Maria Rösslhumer, AÖF-Geschäftsführerin und Gesamtkoordinatorin von StoP
Mag.a Susanne Schaefer-Wiery, Bezirksvorsteherin
Mag.a Claudia Huemer, Teammanagerin und fachliche Aufsicht, wohnpartner
Mag.a DSAin Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus
Gerd Sandrieser, MSc, DGKP, Akademischer Lehrer für Gesundheits- und Krankenpflege, Koordinator der StoP-Männertische
Kontakt: Mag.a Maria Rösslhumer, Tel: 0664 793 07 89,
Mehr Informationen über StoP finden Sie unter www.stop-partnergewalt.at.

Presseinformation
Für einen umfassenden Gewaltschutz braucht es gesetzlich und finanziell abgesicherte Opferschutzeinrichtungen, aber keine halbherzigen Schnellschüsse
21.01.2019. Das Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen und der AÖF – Verein Autonome österreichische Frauenhäuser sind zwar erfreut, dass das Thema Gewalt an Frauen nun auch in der Regierung angekommen ist, aber auch erstaunt über das „neue“ Maßnahmenpaket. Dabei werden zum einen Maßnahmen in Aussicht gestellt, die in der Realität bereits seit Jahren existieren (Frauenhelpline gegen Gewalt und Frauenberatungsstellen in allen Bundesländern) und zum anderen werden Maßnahmen, die die Expertinnen für Gewaltschutz seit Jahrzehnten fordern und die in letzter Zeit als „ineffizient“ gestrichen oder zumindest finanziell stark gekürzt wurden, nun plötzlich als neue Ideen präsentiert.
„Wir hätten uns hier Einbeziehung dieser Maßnahmen gewünscht, und zudem wäre das auch von einem wirtschaftlichen Standpunkt her sinnvoller als zu versuchen, das Rad wieder einmal neu zu erfinden“, sind sich die Expertinnen der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser einig.
Die Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen weisen seit Jahrzehnten auf das Sicherheitsrisiko „häusliche Gewalt“ für Frauen hin. „Schlimm ist, dass viele Frauen ihr Leben verlieren müssen, damit wieder Bewegung in den Gewaltschutz kommt“, so Maria Rösslhumer, die langjährige Geschäftsführerin des AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leiterin der Frauenhelpline.
Gewalt an Frauen kann in jeder Familie vorkommen
Gewalt an Frauen ist nicht neu in Österreich, sie ist ein globales Problem, daher ist sie auch kein importiertes Problem. Sie ist auch ein autochthones Problem.
Die Erfahrungen der Frauenhäuser und der Frauen- und Mädchenberatungsstellen zeigen, dass häusliche Gewalt an Frauen in Beziehungen und Familien unabhängig von ökonomischen Status, Bildung, Kultur und Religion vorkommt.
Gewalt an Frauen hat es schon immer gegeben und es ist höchste Zeit, dieses Sicherheitsrisiko für Frauen ernst zu nehmen und konkrete gemeinsam mit den Gewaltschutzeinrichtungen erarbeitete Maßnahmen zu setzen.
Das flächendeckende Netzwerk der Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Der GREVIO-Bericht empfiehlt den flächendeckenden Ausbau von Beratungsstellen für Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.
„Wir unterstützen diese Forderung, dass Frauen und Mädchen in allen Regionen wissen müssen, wohin sie sich wenden können, wenn sie von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Daher ist es uns wichtig zu betonen, dass das flächendeckende Angebot der Frauen- und Mädchenberatungsstellen seit ihrem Bestehen auch Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, beraten und begleiten. Daher ist die Einbindung der Expertise der über 60 Frauen- und Mädcheneinrichtungen, die Mitglieder im Netzwerk der österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind, bei der Erarbeitung von Maßnahmen den Gewaltschutz betreffend von immenser Bedeutung, damit es nicht zu doppelgleisigen Strukturen kommt. Wir Frauen- und Mädchenberatungsstellen stehen für ganzheitliche, niederschwellige und professionelle Beratung von Frauen und Mädchen“, so Elisabeth Cinatl, eine der Vorstandsvorsitzenden des Netzwerks.
Die Frauen- und Mädchenberatungsstellen beraten und begleiten teilweise seit über drei Jahrzehnten Frauen und Mädchen in schwierigen Lebenssituationen.
„Zwischen 50 und 60% der Klientinnen kommen aufgrund von erlebter Gewalt in die Frauenberatungsstellen und finden hier Unterstützung, um sich ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben aufzubauen“, so Cinatl weiter. „Es ist unverständlich, dass dieses Expertinnenwissen bisher kaum in die Ausarbeitung und Entwicklung von politischen Maßnahmen eingeflossen ist. Meist verschwinden unsere Verbesserungsvorschläge, für die es zusätzliche finanzielle Mittel brauchen würde, in der Schublade“.
Die kostenlose Frauenhelpline 0800 222 555
Irritiert zeigt sich auch Rösslhumer: „Die kostenlose und rund um die Uhr erreichbare Frauenhelpline 0800 222 555 existiert seit über 20 Jahren. Sie unterstützt auch bei akuten Gewaltsituationen. Es geht daher nicht darum eine weitere bzw. dreistellige Notrufnummer zu schaffen, sondern diese bereits etablierte Notrufnummer mittels Kampagnen noch öffentlicher zu machen“, so Rösslhumer. Auch in Deutschland weist das nationale Frauenhilfetelefon gegen Gewalt an Frauen auf eine kostenlose Nummer hin:
08000 116 016, siehe auch https://www.hilfetelefon.de.
Rösslhumer begrüßt die Maßnahme der bundesländerübergreifenden Aufnahme sowie den Ausbau von Übergangswohnungen, die Frauen nach einem Frauenhausaufenthalt zur Verfügung stehen – alles Maßnahmen, die die Vertreterinnen der Frauenhäuser seit Jahren fordern.
Die vorhandene Expertise nutzen und neues Geld zur Verfügung stellen
„Für den Erhalt und den Ausbau von Gewaltschutz-Maßnahmen und dem damit verbundenen klaren Bekenntnis zur Sicherheit von Frauen, muss die Regierung zusätzliches Geld in die Hand nehmen“, sind sich die beiden Expertinnen einig. Wichtige und effiziente Maßnahmen sind u.a. der rasche und wirksame Ausbau der Täterarbeit sowie die ausreichende finanzielle Absicherung der bestehenden Frauen- und Mädcheneinrichtungen.
Der Ausbau der Täterarbeit darf aber nicht vom Budget aus dem Frauenressort abgezogen werden. Dafür benötigt es andere Finanzierungen, zum Beispiel durch das Sozialministerium oder durch das Innenministerium.
Rückfragehinweis:
AÖF – Verein Autonome österreichische Frauenhäuser – Maria Rösslhumer
Tel.: 01 / 544 08 20 22 oder 0664 793 07 89
www.aoef.at
Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen – Elisabeth Cinatl
Tel.: 0676 42 565 77
www.netzwerk-frauenberatung.at

Presseinformation
Die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555 existiert seit 20 Jahren. Sie ist die zentrale Anlaufstelle und wird jährlich rund 8000 Mal angerufen – das sind durchschnittlich 22 Anrufe pro Tag.
Wien, 18.1.2019. Die Frauenhelpline 0800 222 555 ist mittlerweile als zentrale Anlaufstelle österreichweit bekannt und wurde bzw. wird tausendfach in Anspruch genommen. 2017 wurde sie knapp 8000 Mal angerufen, davon – ähnlich wie schon in den vergangen Jahren – zu 83% von Frauen und Mädchen. Das bedeutet, dass die Nummer bereits bekannt ist und dass sich viele hilfesuchende Frauen und Mädchen an uns gewandt haben – siehe http://www.frauenhelpline.at/de/taetigkeitsberichte.
Die geplante Errichtung einer neuen Nummer durch Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß würde zu
sehr viel Verunsicherung bei betroffenen Frauen führen. Eine dreistellige Nummer haben wir durch die
Polizei 133. Anstatt einer zusätzlichen Nummer sollte die bestehende Nummer 0800 222 555 noch viel
mehr unterstützt, ausgebaut und beworben und in der gesamten Bevölkerung, vom Burgenland bis nach
Vorarlberg, z.B. durch die Finanzierung von Informationskampagnen, noch mehr bekannt gemacht
werden.
Die Frauenhelpline bietet rund um die Uhr Hilfe bei allen Formen struktureller, körperlicher, psychischer,
verbaler, ökonomischer und sexueller Gewalt, inklusive Gewalt im Internet – sie ist für Betroffene und
deren Angehörige ebenso wie Institutionen 24 Stunden lang österreichweit, kostenlos und anonym
erreichbar. Auch Mädchen und junge Frauen, die erste Warnzeichen von Gewalt in ihrer jungen
Beziehung merken, können sich an die Frauenhelpline werden.
Zusätzlich bietet die Frauenhelpline zu bestimmten Zeiten muttersprachliche Beratung an, um Frauen aus
anderen Herkunftsländern zu unterstützen – aktuell auf Arabisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Englisch,
Rumänisch, Türkisch und Ungarisch. Außerdem kann sie durch eine Kooperation mit dem RelayService
auch von gehörlosen Menschen in Anspruch genommen werden. Es gilt vorhandene Einrichtungen und
Ressourcen zu nützen, zu unterstützen und es wäre dringend notwendig, das bestehende Angebot
auszubauen.
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555
österreichweit – kostenlos – rund um die Uhr – anonym – vertraulich
Weitere Informationen unter www.frauenhelpline.at.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at

Presseinformation
Immer mehr Mädchen und junge Frauen werden Opfer von Tötungsdelikten – die Autonomen Frauenhäuser fordern konkrete Hilfsangebote und umfassende Bewusstseinskampagnen sowie Gewaltpräventionsarbeit für Heranwachsende
Wien, 14.1.2019. Die ständig steigende Mordrate an Frauen in Österreich ist extrem alarmierend. Die Morde an Frauen haben sich seit 2014 mehr als verdoppelt, 2018 haben 36 Frauen ihr Leben vor allem durch Partnergewalt verloren. Anfang 2019 kam es innerhalb von 14 Tagen bereits zu drei Frauenmorden. „Jeder Mord an einer Frau ist ein Mord zu viel, aber die vielen Morde an Mädchen und jungen Frauen machen uns besonders große Sorgen“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser.
Mädchen brauchen mehr Unterstützung und Hilfe
Der gestrige Mord an einem 16-jährigen Mädchen durch ihren Ex-Freund in Wiener Neustadt, aber auch der Mord an einer 16-Jährigen in Steyr/Oberösterreich im Dezember 2018, ebenfalls durch ihren Ex-Freund, zeigen, dass Mädchen mehr Unterstützung und Hilfe was Beziehungen betrifft, benötigen.
Sie sind in ihren ersten Beziehungen mit schwierigen Situationen oft alleine, können gewalttätiges Verhalten des Freundes zu wenig einschätzen, sie wissen oft nicht, was ein normales Verhalten ist und können die Gefährlichkeit einer Trennung nicht einschätzen. Die Mädchen wissen vielleicht nicht, wohin sie sich wenden können oder wem sie sich anvertrauen können, wenn der Freund gewaltbereit ist bzw. wird. Viele Mädchen und Frauen kennen die Warnzeichen einer beginnenden Gewaltbeziehung nicht. Auch Eltern, Geschwister und FreundInnen stehen oft ohnmächtig und hilflos daneben.
Gewalttäter haben patriarchales Frauenbild
Gewalttätige Burschen haben, genauso wie erwachsene Männer, ein patriarchales und frauenfeindliches Denkmuster. Sie manipulieren und neigen dazu, über Frauen zu bestimmen, Frauen zu erniedrigen und sie bloßzustellen. Sie beginnen die Freundin zu isolieren, zu kontrollieren, akzeptieren deren Wünsche und Bedürfnisse nicht und sind extrem eifersüchtig. Wenn es zu einer Trennung kommt, beginnen sie mit Drohungen und Sätzen wie „Ich bringe dich um oder ich bringe mich selber um, wenn du gehst“. Das sind alarmierende Zeichen, die zu schwerer Gewalt wie Mordversuchen und Morden führen können. Sie sind daher unbedingt ernst zu nehmen.
In beiden Fällen waren die jungen Männer bereits auffällig bzw. den Behörden bekannt und hatten sogar schon mehrere Anzeigen. Um zukünftige Gewalttaten und Mordfälle zu verhindern, fordern wir die Regierung und das Bildungsministerium auf, in umfassende Gewaltpräventionsangebote in Schulen und Jugendeinrichtungen zu investieren und diese flächendeckend umzusetzen.
Weiters fordern die Autonomen Frauenhäuser:
• umfassende Hilfestellung für junge Frauen und Mädchen, um sie gegen jede Form der Gewalt zu stärken
• intensive Gewaltpräventionsarbeit mit jungen Männern
• generelle Gewaltpräventionsangebote für Kinder und Jugendliche
• die Behörden wie Polizei, Justiz und das Amt für Kinder- und Jugendhilfe auf, auffällige und bekannte Gewalttäter zur Verantwortung zu ziehen und Gefährlichkeitseinschätzungen durchzuführen
• gewalttätiges und auffälliges Verhalten von jungen Männern ernst zu nehmen und sie mit Konsequenzen zu konfrontieren
• umfassende Informations- und Bewusstseinskampagnen über Gewalt an Frauen und Mädchen
• die Errichtung von Mädchenhäusern, zusätzlich zu den Frauenhäusern
Bezugnehmend auf die kürzlich von SOS-Mitmensch veröffentlichte Studie zu Mädchen- und Frauenrechten, möchten wir hinweisen, dass für fast 100 Prozent der befragten SchülerInnen das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen wichtig ist und mehr als drei Viertel sich mehr Information zur Prävention von Gewalt wünschen.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at

Presseinformation
Nicht die Nationalität oder die Herkunft der Täter benötigen öffentlich-mediale Aufmerksamkeit, sondern die Opfer und die meist gemeinsamen Tatmotive: patriarchale Denkmuster und Einstellungen
27.12.2018. Viele Frauen erleiden täglich Gewalt, häufig mehrmals schwere Gewalt und beinahe jeden 10. Tag stirbt eine Frau in Österreich an den Folgen von Partnergewalt und häuslicher Gewalt. Heuer wurden bereits 36 Frauen ermordet, zwei davon über die Weihnachtsfeiertage. Die Täter sind Männer – meist Ehemänner, Beziehungspartner, Ex-Partner und männliche Familienmitglieder. Sie sind Österreicher, Männer mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder aus anderen Herkunftsländern. Sie alle haben jedoch meist ein gemeinsames Tatmotiv: patriarchale Einstellungen und Denkmuster, kein oder wenig Schuldeingeständnis, Besitzdenken, Eifersucht und vor allem Angst vor Machtverlust und Kontrolle. Stattdessen ist die mediale Aufmerksamkeit auf Herkunft, Hautfarbe und Nationalitäten der Täter gerichtet, um das Bild zu verzerren und vom wahren Phänomen der Partnergewalt abzulenken.
Nicht auf die Opfer vergessen
Es spielt keine Rolle, woher die Täter kommen, wichtig sind die Tatmotive, die Gründe und Ursachen für die Gewalttaten und wie sie hätten verhindert werden können. „Jeder Mord an einer Frau ist ein Mord zu viel“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, „daher sollte in der medialen Berichterstattung auch nicht auf das Leben der Opfer vergessen werden“. Frauen die ermordet werden haben eine Geschichte, sie verlieren ihr Leben, ihre Kinder, ihre Geschwister, ihre Eltern, ihre Umgebung, ihre FreundInnen, ihre Arbeitsstelle und ArbeitskollegInnen. Und umgekehrt ebenfalls: die Kinder verlieren ihre geliebte Mutter, ihre Schwester, die Eltern ihre Tochter, die Bekannten ihre Freundin, und der/die ArbeitgeberIn seine oder ihre geschätzte Mitarbeiterin. Alle Frauen sehnten sich nach einem gewaltfreien und erfüllten Leben.
Zeit der Trennung am gefährlichsten
Frauen werden oft dann ermordet, wenn sie sich endgültig aus einer gewalttätigen Beziehung befreien wollen, weil sie die Scheidung einreichen, weil sie die Kinder schützen wollen, weil sie sich endlich vom Misshandler trennen wollen, weil sie die Polizei rufen, weil sie endlich den Mut finden eine Anzeige zu erstatten, weil sie in ein Frauenhaus flüchten wollen. Die Zeit der Trennung und Scheidung ist für viele Frauen die gefährlichste Zeit. „In dieser Zeit dürfen Frauen nicht im Stich gelassen werden“, so Maria Rösslhumer.
Täter meist polizeibekannt
Denn Täter sind meist Wiederholungstäter, sie sind meist schon behördenbekannt und sie kündigen ihre Taten mit gefährlichen Drohungen und Morddrohungen an. Meist gibt es bereits mehrere Alarmzeichen, oft haben sie bereits mehrere Vorstrafen, Anzeigen wegen diverser Delikte oder mehrere Wegweisungen. Jedoch werden diese Täter oft nicht zur Verantwortung gezogen oder in Untersuchungshaft genommen.
All dieses Wissen und all diese Warnzeichen sollten herangezogen werden um Gewalt zu stoppen und zu verhindern. Polizei, Justiz, MitarbeiterInnen aus Behörden, Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen, die mit Opfern und Tätern konfrontiert sind und Menschen aus der Umgebung der Betroffenen sollten deutlich hinschauen, Hilfe holen und Zivilcourage üben.
Die Polizei unter der Nummer 133, die Beraterinnen der Frauenhelpline gegen Gewalt unter der Nummer 0800 222 555 und die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser in ganz Österreich stehen bei Fragen zu Gewalt rund um die Uhr zur Verfügung.
Kontakt:
AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 0664 793 07 89
www.aoef.at
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