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    PA 27.12.2018: Nicht die Nationalität sondern die Tatmotive benötigen mediale Aufmerksamkeit

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    Presseinformation

    Nicht die Nationalität oder die Herkunft der Täter benötigen öffentlich-mediale Aufmerksamkeit, sondern die Opfer und die meist gemeinsamen Tatmotive: patriarchale Denkmuster und Einstellungen

    27.12.2018. Viele Frauen erleiden täglich Gewalt, häufig mehrmals schwere Gewalt und beinahe jeden 10. Tag stirbt eine Frau in Österreich an den Folgen von Partnergewalt und häuslicher Gewalt. Heuer wurden bereits 36 Frauen ermordet, zwei davon über die Weihnachtsfeiertage. Die Täter sind Männer – meist Ehemänner, Beziehungspartner, Ex-Partner und männliche Familienmitglieder. Sie sind Österreicher, Männer mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder aus anderen Herkunftsländern. Sie alle haben jedoch meist ein gemeinsames Tatmotiv: patriarchale Einstellungen und Denkmuster, kein oder wenig Schuldeingeständnis, Besitzdenken, Eifersucht und vor allem Angst vor Machtverlust und Kontrolle. Stattdessen ist die mediale Aufmerksamkeit auf Herkunft, Hautfarbe und Nationalitäten der Täter gerichtet, um das Bild zu verzerren und vom wahren Phänomen der Partnergewalt abzulenken.

    Nicht auf die Opfer vergessen

    Es spielt keine Rolle, woher die Täter kommen, wichtig sind die Tatmotive, die Gründe und Ursachen für die Gewalttaten und wie sie hätten verhindert werden können. „Jeder Mord an einer Frau ist ein Mord zu viel“, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, „daher sollte in der medialen Berichterstattung auch nicht auf das Leben der Opfer vergessen werden“. Frauen die ermordet werden haben eine Geschichte, sie verlieren ihr Leben, ihre Kinder, ihre Geschwister, ihre Eltern, ihre Umgebung, ihre FreundInnen, ihre Arbeitsstelle und ArbeitskollegInnen. Und umgekehrt ebenfalls: die Kinder verlieren ihre geliebte Mutter, ihre Schwester, die Eltern ihre Tochter, die Bekannten ihre Freundin, und der/die ArbeitgeberIn seine oder ihre geschätzte Mitarbeiterin. Alle Frauen sehnten sich nach einem gewaltfreien und erfüllten Leben.

    Zeit der Trennung am gefährlichsten

    Frauen werden oft dann ermordet, wenn sie sich endgültig aus einer gewalttätigen Beziehung befreien wollen, weil sie die Scheidung einreichen, weil sie die Kinder schützen wollen, weil sie sich endlich vom Misshandler trennen wollen, weil sie die Polizei rufen, weil sie endlich den Mut finden eine Anzeige zu erstatten, weil sie in ein Frauenhaus flüchten wollen. Die Zeit der Trennung und Scheidung ist für viele Frauen die gefährlichste Zeit. „In dieser Zeit dürfen Frauen nicht im Stich gelassen werden“, so Maria Rösslhumer.

    Täter meist polizeibekannt

    Denn Täter sind meist Wiederholungstäter, sie sind meist schon behördenbekannt und sie kündigen ihre Taten mit gefährlichen Drohungen und Morddrohungen an. Meist gibt es bereits mehrere Alarmzeichen, oft haben sie bereits mehrere Vorstrafen, Anzeigen wegen diverser Delikte oder mehrere Wegweisungen. Jedoch werden diese Täter oft nicht zur Verantwortung gezogen oder in Untersuchungshaft genommen.

    All dieses Wissen und all diese Warnzeichen sollten herangezogen werden um Gewalt zu stoppen und zu verhindern. Polizei, Justiz, MitarbeiterInnen aus Behörden, Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen, die mit Opfern und Tätern konfrontiert sind und Menschen aus der Umgebung der Betroffenen sollten deutlich hinschauen, Hilfe holen und Zivilcourage üben.

    Die Polizei unter der Nummer 133, die Beraterinnen der Frauenhelpline gegen Gewalt unter der Nummer 0800 222 555 und die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser in ganz Österreich stehen bei Fragen zu Gewalt rund um die Uhr zur Verfügung.

     

    Kontakt:
    AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
    Mag.a Maria Rösslhumer
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    Tel.: 0664 793 07 89
    www.aoef.at

     

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