Presseaussendung
Zum Weltfrauentag am 8. März 2026
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)

Bild: AÖF/Lydia Mantler
Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555 erreicht mehr Frauen
Die Frauenhelpline verzeichnet einen kontinuierlichen Anstieg an Beratungen, der Bedarf bleibt weiterhin hoch. Immer mehr Frauen nutzen das kostenlose und anonyme Beratungsangebot.
Wien, 5. März 2026. Zum Internationalen Frauentag zeigt ein aktueller Blick in die Statistik der Frauenhelpline gegen Gewalt: Immer mehr Frauen und ihr Umfeld holen sich Unterstützung und Informationen zum Thema Gewalt. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Anruferinnen bei der Frauenhelpline um rund 20 % gestiegen. Für den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist das ein wichtiges Signal: Unterstützungsangebote werden stärker angenommen.
“Mehr Anrufe bedeuten vor allem: Frauen werden aufmerksamer auf Hilfsangebote und finden öfter den Mut anzurufen. Das zeigt, dass Information, Sichtbarkeit und Erreichbarkeit wirken", so Stefani Doynova, neue Teamleitung der Frauenhelpline gegen Gewalt.
Den Großteil der Hilfesuchenden machen Frauen aus. Im Jahr 2025 wurden rund 5.000 Anrufe (Telefonberatungen und Informationsgespräche) von Frauen gezählt, um rund 11 % mehr als 2024. Die Zahl der Männer, die sich an die Frauenhelpline wandten, blieb mit rund 300 Fällen in etwa konstant.
Diese Entwicklungen zeigen, dass nicht nur Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt bereit sind, sich Unterstützung zu holen. Auch die Sensibilisierung und Hilfestellung durch das direkte Umfeld der Gewaltbetroffenen wird sichtbar. Vor allem aber holen sich mehr Frauen Hilfe und Unterstützung durch die Frauenhelpline, die nicht oder noch nicht von Gewalt betroffen sind. Neben Gewalt sind Beziehung und psychische Gesundheit die häufigsten Themen der Anrufenden.
Ausblick: Ab 2026 wird die Frauenhelpline ihre Datenerfassung nochmals erweitern. Künftig sollen spezifische Gewaltformen, etwa der Einsatz von K.o.-Mitteln oder Gewalt im Kontext von Obsorge und in der unmittelbaren Verwandtschaft systematisch miterfasst werden. Die Anonymität und Vertraulichkeit der Gespräche bleibt selbstverständlich unangetastet. Diese Erweiterung der Statistik erlaubt es, die Problemlagen der Anruferinnen noch differenzierter zu analysieren. So können Präventionsmaßnahmen noch gezielter abgeleitet werden. Die politisch Verantwortlichen sind gefordert, wirksame Maßnahmen zu setzen und die nachhaltige Finanzierung von Hilfsangeboten sicherzustellen.
| Interview mit der neuen Teamleitung der Frauenhelpline gegen Gewalt, Stefani Doynova. | ![]() |
Frage: An wen wendet sich das Angebot der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555?
Stefani Doynova: Die Frauenhelpline richtet sich in erster Linie an Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. Sie ist eine erste Anlaufstelle für alle, die Beratung oder akute Unterstützung in einer Krisensituation brauchen. Wichtig ist aber: Auch Angehörige, Freund*innen und Nachbar*innen können sich an uns wenden. Viele wissen nicht, wie sie helfen sollen. Für all diese Anliegen sind wir da.
Frage: Was passiert konkret, wenn jemand anruft?
Stefani Doynova: Am anderen Ende sitzt eine erfahrene Beraterin aus unserem multiprofessionellen Team. Das Gespräch ist anonym und kostenlos. Zuerst geht es um Entlastung und Stabilisierung. Wir hören zu, ordnen die Situation gemeinsam ein und klären, welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Je nach Bedarf vermitteln wir weiter, etwa an Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren oder Frauen- und Mädchenberatungsstellen. Welche Schritte die Frau gehen will, kann sie immer für sich selbst entscheiden.
Frage: Die Zahlen zeigen mehr Kontakte. Wie interpretieren Sie diese Entwicklung?
Stefani Doynova: Wir sehen das grundsätzlich als positives Signal. Wenn die Anrufe steigen, bedeutet das auch, dass das Thema Gewalt enttabuisiert wird und unser kostenloses Angebot der Frauenhelpline bekannter wird. Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen und die stärkere Präsenz zeigen Wirkung. Gleichzeitig ist klar: Gewalt gegen Frauen ist weiterhin ein gesamtgesellschaftliches Problem. Unser Auftrag bleibt daher unverändert dringlich.
Frage: Welche neuen Entwicklungen beobachten Sie inhaltlich?
Stefani Doynova: Seit 2026 erfassen wir vertieft Beratungsthemen wie den Einsatz von K.o.-Mitteln und Gewalt in der Verwandtschaft sowie Fragen rund um Themen wie Obsorge. Wir beobachten auch, dass sich mehr Frauen Hilfe und Unterstützung durch die Frauenhelpline holen, die nicht oder noch nicht von Gewalt betroffen sind. Das zeigt, dass viele Frauen auf das Thema aufmerksam werden und den Wunsch haben, sich zu informieren.
Frage: Welche Rolle spielt der HelpChat, die Onlineberatung gegen Gewalt für Frauen und Mädchen, die in Österreich leben?
Stefani Doynova: Unsere Erfahrung zeigt, dass der HelpChat die Hemmschwelle, sich Unterstützung zu holen, senkt. Viele Betroffene möchten nicht telefonieren, sei es, weil viele jüngere Frauen lieber schreiben, Sprachbarrieren bestehen oder diskretes Telefonieren gerade nicht möglich ist. Für sie ist der HelpChat unter www.helpchat.at oft der erste, niederschwellige Zugang zu Beratung gegen gegen häusliche Gewalt.
Frage: Was können Angehörige oder Freund*innen konkret tun, wenn sie Betroffene kennen oder Gewalt in ihrem Umfeld erleben?
Stefani Doynova: Das Wichtigste ist: zuhören und ernst nehmen! Betroffene Frauen brauchen in dieser Situation keine schnellen Tipps. Sie brauchen Vertrauen und Sicherheit, dass ihnen geglaubt wird. Hilfreich ist: ruhig ansprechen, Unterstützung anbieten, nichts aufzwingen und Informationen zu Hilfsangeboten wie der Frauenhelpline 0800 222 555 teilen.
Frage: Wo können sich Angehörige informieren?
Stefani Doynova: Direkt bei der Frauenhelpline. Wir beraten ausdrücklich auch das Umfeld. Zusätzlich verweisen wir an Frauen- und Mädchenberatungsstellen und spezialisierte Angebote. Niemand muss mit dieser Unsicherheit allein bleiben.
Frage: Wie können wir Betroffenen das Gefühl geben, dass sie sich melden können?
Stefani Doynova: Indem wir als Gesellschaft klar signalisieren: Gewalt ist keine Privatsache. Sich Hilfe zu holen, ist ein mutiger Schritt. Die Sichtbarkeit von Hilfsangeboten ist entscheidend. Jede Kampagne, jeder Hinweis auf die Nummer der Frauenhelpline 0800 222 555 kann dabei helfen, die Gewaltspirale zu beenden.
Mediendownloads
Bild Frauenhelpline gegen Gewalt 01 Header Beratung, Bild Frauenhelpline gegen Gewalt Anruf 1, Bild Frauenhelpline gegen Gewalt Anruf 2 , Bild Stefani Doynova, Teamleitung Frauenhelpline
Credits: AÖF/Lydia Mantler
Factbox:
- Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555, rund um die Uhr, kostenlos, vertraulich, auf Wunsch anonym, mehrsprachig.
- Onlineberatung HelpChat: Mo-Fr 18.00–20.00 Uhr, anonym, kostenlos, vertraulich.
- Wer kann sich melden: von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen, Angehörige und Personen aus dem Umfeld.
- Beratungsangebot: Erst- und Krisenberatung, Orientierung in sozialen und rechtlichen Fragen, Entlastungsgespräche und gezielte Weitervermittlung an regionale Frauenschutzeinrichtungen und Beratungsstellen.
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www.aoef.at/finanzielle-unterstuetzung
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Rückfragen:
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Lydia Mantler
Leitung Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 660/9060611
Man(n) kümmert sich – nicht nur zum Equal Care Day!
Presseinformation
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Am 3. Februar 2026 findet in Brüssel die Konferenz “Unseen no more! Policies and partnerships to protect older women from violence” statt – ein zentraler Höhepunkt des EU-Projekts MARVOW 2.0.
Die Veranstaltung bringt europäische Entscheidungsträger:innen, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und Fachpersonen aus der Praxis zusammen, um die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse vorzustellen.
MARVOW 2.0 vernetzt seit seinem Start 2019 und nun schon in der zweiten Laufzeit Expert:innen, Unterstützungsdienste und politische Akteur:innen aus ganz Europa, um einen koordinierten, multiinstitutionellen Ansatz zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen ältere Frauen zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts wurden u. a. Risikobewertungstools, Schulungen für Fachkräfte und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Diensten erarbeitet. Diese Ergebnisse stehen im Mittelpunkt der Diskussionen in Brüssel.
Konkrete Empfehlungen
Bei der MARVOW 2.0-Abschlusskonferenz werden insbesondere die im Projekt erarbeiteten Empfehlungen für den politischen Rahmen auf EU-Ebene sowie für die jeweiligen Partnerländer vorgestellt.
Für Österreich lauten die Empfehlungen: Das Modell der koordinierten, multiinstitutionellen Zusammenarbeit in Fällen von Gewalt gegen ältere Frauen soll systematisch implementiert werden, alle relevanten Interessengruppen einbeziehen und eine kontinuierliche Verbesserung der Richtlinien und Verfahren innerhalb der beteiligten Institutionen gewährleisten.
Zu diesem Zweck sollen regelmäßige, systemweite Steuerungsgruppen nach dem Vorbild des MARVOW‑2.0-Ansatzes eingerichtet werden. In diesen Sitzungen können die teilnehmenden Institutionen ihre Zusammenarbeit überprüfen, systemische Herausforderungen diskutieren und Verbesserungen auf politischer und prozeduraler Ebene identifizieren. Ebenso sollen sichere und vertrauliche Kommunikationskanäle geschaffen werden, um den Austausch von Instrumenten und Informationen zu erleichtern, die das Verständnis für die spezifischen Formen von Gewalt gegen ältere Frauen fördern.
Im Zweifelsfall muss der Schutz der Opfer Vorrang vor Datenschutzbedenken haben. Ergänzend wird die Einführung eines regional angepassten, alterssensiblen Rahmens empfohlen, der systemische und kulturelle Barrieren berücksichtigt. Darüber hinaus sollen altersspezifische Protokolle in polizeiliche und gerichtliche Verfahren integriert, eine nationale Sensibilisierungskampagne mit Schwerpunkt auf Gewalt gegen ältere Frauen umgesetzt und finanzielle Mittel für altersgerechte Unterstützungsdienste gesichert werden.

Über "Unseen no more!"
Die Konferenz wird vollständig in Präsenz abgehalten und umfasst Vorträge, Panel-Diskussionen und Fachgespräche, in denen Wege erörtert werden, wie politische Strategien, partnerschaftliche Kooperationen und institutionelle Netzwerke verbessert werden können, um ältere Frauen vor Gewalt zu schützen. Ziel ist es, die Erkenntnisse aus MARVOW 2.0 einer breiten europäischen Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen und den Dialog zwischen Praxis, Politik und Zivilgesellschaft zu vertiefen.
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) leitet das Projekt seit seinem Start 2019 und setzt seine koordinierende Rolle mit MARVOW 2.0 seit April 2023 erfolgreich fort.
Weitere Informationen zu MARVOW 2.0 und der „Unseen no more!“-Konferenz finden Sie auf der Projektwebsite: marvow.eu und marvow.eu/unseen-no-more-conference
Weihnachtliche Spendenaktion für AÖF-Frauenhäuser: „Wunschzettel“ unterstützt von Gewalt betroffene Frauen und Kinder
In der Vorweihnachtszeit ruft der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) zur Spendenaktion „Wunschzettel“ auf.
Wien, 15.12.2025. Wenn wir zu Weihnachten ein sorgfältig ausgewähltes Geschenk öffnen, bereitet uns das große Freude. Frauen in Frauenhäusern stehen jedoch häufig vor akuten Herausforderungen, bei denen schnelle und unkomplizierte Hilfe entscheidend ist. Die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was im Moment am dringendsten gebraucht wird, schenkt Sicherheit und Halt.
Ihre Spende sorgt dafür, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie sofort gebraucht wird. Deshalb ruft der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) zur jährlichen Spendenaktion „Wunschzettel“ auf. Mit Geldspenden ermöglichen Sie flexible Soforthilfe. Gespendete Gutscheine helfen, einen konkreten Bedarf zu decken oder sich einen kleinen Wunsch zu erfüllen – zum Beispiel für Einkäufe, Haushaltswaren, Möbel oder Freizeitangebote. So unterstützen Sie direkt Frauen und Kinder, die in AÖF-Frauenhäusern Schutz vor Gewalt gefunden haben.
Warum Spenden so wichtig sind
Jede dritte Frau in Österreich erlebt ab ihrem 15. Lebensjahr mindestens einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Für Betroffene ist das Frauenhaus ein Ort, an dem sie Schutz und Unterstützung finden. Besonders zu Weihnachten, wenn Konflikte zu Hause zunehmen, wächst der Bedarf an Unterbringung, Betreuung und finanzieller Hilfe.
Gutscheine helfen, wo es am dringendsten benötigt wird
In diesem Jahr freuen wir uns vor allem über gespendete Gutscheine. Während Sachspenden nach wie vor willkommen sind, geben Gutscheine und Geldspenden Frauen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was ihnen und ihren Kindern wirklich hilft – ob Kleidung, Lebensmittel, Bücher oder ein kleiner persönlicher Wunsch. Das stärkt nicht nur die Selbstbestimmung der Bewohnerinnen, sondern vermittelt auch ein Stück Normalität in einer Situation, die häufig von Unsicherheiten und Verlust geprägt ist.
Sachspenden können weiterhin abgegeben werden, stellen für die AÖF-Frauenhäuser jedoch oft eine logistische Herausforderung dar. Gutscheine und Geldspenden hingegen erleichtern die Arbeit erheblich und können gezielt dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am größten ist. So kommt die Unterstützung genau dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Ob ein Einkaufsgutschein für Lebensmittel, Kleidung, Drogerie- und Haushaltsartikel oder vielleicht ein Gutschein für einen Kinobesuch oder Freizeitaktivitäten der Kinder – Schenken Sie Selbstbestimmung und Kraft für einen Neuanfang!
So helfen Sie
- Unter „Wunschzettel“ auf der AÖF-Website erfahren Sie, wie Sie eines der 16 autonomen Frauenhäuser in Österreich direkt unterstützen können.
- Unterstützen Sie mit Geld, Gutscheinen oder, nach Absprache, gezielten Sachspenden.
- Unternehmen können die AÖF-Frauenhäuser in ihrer Region bei Weihnachtsaktionen und jährlichen Projekten aktiv unterstützen – wir vernetzen Sie gerne und begleiten Ihr Engagement!
- Spenden bringen nicht nur weihnachtliche Freude, mit einer Geldspende unterstützen Sie die wichtige ganzjährige Arbeit der Frauenhäuser!
Spenden an die AÖF-Frauenhäuser und den Verein AÖF sind steuerlich absetzbar. Seit 2017 trägt der Verein AÖF das Spendengütesiegel.
Wir danken allen Spender*innen, die mit ihrer Unterstützung in der Weihnachtszeit ein Zeichen der Solidarität setzen – und Frauen und Kindern in den AÖF-Frauenhäusern ein Stück Sicherheit, Wärme und Normalität schenken.
Finanzielle Unterstützung
Sie möchten die AÖF-Frauenhäuser direkt unterstützen? Wir freuen uns über Ihre Spende auf das Frauenhaus-Spendenkonto:
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
ERSTE Bank
BLZ: 20111
IBAN: AT89 2011 1841 3643 6100
BIC/SWIFT: GIBAATWWXXX
Spende an die AÖF-Frauenhäuser: PayPal
Wenn Sie den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und seine Projekte unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Beitrag auf das AÖF-Spendenkonto:
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BLZ: 20111
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Medien-Downloads für Website & Social Media:
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Über den AÖF
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser wurde 1988 gegründet und ist die Netzwerkorganisation von 16 autonomen Frauenhäusern in Österreich. Er ist Informationsdrehscheibe, Unterstützung, Service und Vertretung für seine Mitglieder. Die Frauenhäuser bieten gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz, Beratung und Unterstützung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben.
Pressekontakt:
Lydia Mantler
Leitung Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
www.aoef.at
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Presseaussendung
JEDE 3. – Online-Kampagne macht auf Gewalt an Frauen aufmerksam Frauenhelpline 0800-222-555 – Hilfe bei Gewalt. Wir sind für dich da.
Wien, 20.11.2025 – Jede dritte Frau in Österreich erlebt körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Auf dieser Statistik basiert die neue Online-Kampagne „JEDE 3.“ des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), die zum Auftakt der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen österreichweit startet. Die 16 Tage gegen Gewalt finden jährlich vom 25. November (Internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen) bis 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) statt. Weltweit wird in diesem Zeitraum auf das Ausmaß und die Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht. Das Kampagnenmotiv (© Steffi Sobotka) zeigt drei rote Lilien – eine davon ist eingeschnürt. Das Bild steht stellvertretend für die vielfältigen Abhängigkeitsverhältnisse sowie für Angst, Scham und die Furcht vor Konsequenzen, die für viele Betroffene eine wesentliche Rolle dabei spielen können, ob und wann Unterstützung in Anspruch genommen wird. Gleichzeitig macht es darauf aufmerksam, dass es einen sicheren Ort gibt, an den sich Frauen und Mädchen, die Gewalt erleben, sowie deren Angehörige jederzeit wenden können: Die Frauenhelpline gegen Gewalt ist rund um die Uhr, kostenlos, anonym und vertraulich unter 0800-222-555 erreichbar. Bei jedem Anruf wird zugehört, die individuelle Situation eingeordnet, sichere Handlungsschritte werden aufgezeigt und, wenn gewünscht, wird mit spezialisierten Beratungsstellen verbunden. Jede Anruferin entscheidet selbst, welche Schritte sie gehen möchte.
„Sich Hilfe zu holen heißt, Gewalt zu beenden und Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, diese Unterstützung leicht zugänglich zu machen und klar zu zeigen: Niemand muss Gewalt ertragen. Jede Betroffene hat das Recht auf Schutz, Hilfe und ein Leben frei von Gewalt“, betont Maja Markanović-Riedl, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF).
Über die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800-222-555
Die Frauenhelpline bietet betroffenen Frauen und Mädchen in Österreich rund um die Uhr kostenlose und anonyme Unterstützung. Mehrsprachige Beraterinnen stehen zur Verfügung, um in akuten Krisen zu unterstützen, Orientierung zu bieten und sichere Handlungsschritte aufzuzeigen. Als zentraler Teil des österreichischen Gewaltschutznetzes ermöglicht die Frauenhelpline nicht nur eine Situationsanalyse und die Planung gemeinsamer Schritte, sondern auch rasche Verbindungen zu Beratungsstellen, Gewaltschutzzentren, Frauenhäusern, Polizei und rechtlicher Unterstützung. Mit ihrem direkten Fokus auf geschlechtsspezifische Gewalt setzt die Frauenhelpline ein starkes Zeichen: Niemand muss Gewalt alleine bewältigen. Ein Anruf kann der entscheidende Schritt in ein sicheres Leben sein.
Aktuelle Zahlen im Überblick
In Österreich erleben 35 Prozent der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexualisierte Gewalt – ein Wert, der die Dringlichkeit umfassender Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen deutlich macht. Trotz des rund um die Uhr verfügbaren, kostenlosen und anonymen Angebots der Frauenhelpline gegen Gewalt kennen jedoch nur rund 62 Prozent der Frauen diese zentrale Anlaufstelle (Quelle: Statistik Austria, 2022). Besonders besorgniserregend sind zudem die aktuellen Daten zu Femiziden: Laut AÖF-Erhebung aus dem Jahr 2024 waren von 27 getöteten Frauen 14 über 60 Jahre alt. Obwohl ältere Frauen damit überproportional häufig Opfer tödlicher Gewalt werden, sind sie in Unterstützungsstrukturen stark unterrepräsentiert; sie machen weniger als acht Prozent der Anruferinnen bei der Frauenhelpline und nur zwei Prozent der Bewohnerinnen in AÖF-Frauenhäusern aus. Diese Diskrepanz zeigt gravierende Unterstützungslücken auf. Sie macht deutlich, wie wichtig verstärkte Sensibilisierung, zielgruppengerechte Aufklärung, verpflichtende Schulungen im Gesundheits- und Pflegebereich, der Ausbau barrierefreier Frauenhausplätze sowie spezifische Unterstützungsangebote für pflegebedürftige Betroffene sind. Was Sie tun können Teilen Sie das Sujet. Sprechen Sie mit. Leiten Sie Hilfe weiter und unterstützen Sie uns mit einer Spende: AÖF-Spendenkonto: Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser IBAN: AT77 2011 18413644 3300 BIC/SWIFT: GIBAATWWXXX www.aoef.at/finanzielle-unterstuetzung Kampagnenmaterialien-Download: Instagram: @autonomefrauenhäuser, Facebook: verein.aoef
Credits: © AÖF / Steffi Sobotka
Über den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) Der AÖF ist der Dachverband der 16 autonomen Frauenhäuser in Österreich. Er unterstützt und vernetzt die Frauenhäuser und betreibt zentrale Hilfsangebote wie die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 222 555 und den HelpChat. Zu den Projekten des AÖF gehören die Informationsstelle gegen Gewalt, StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt, Bakhti, Zentrum für Empowerment sowie Informationskampagnen und EU-Projekte. Der AÖF arbeitet unabhängig, feministisch und setzt sich seit Jahrzehnten parteilich für Schutz, Prävention sowie für die Rechte von Frauen und Kindern ein.
Weitere Kampagnen, Aktionen und Vorträge im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ finden Sie in unserem Online-Kalender und auf unserer Website www.aoef.at. Wir danken unseren Kooperationspartner*innen und setzen gemeinsam ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Sujet-Design: © Steffi Sobotka / https://www.elfinger.at/ |
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Kontakt: Lydia Mantler Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) |
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