CHILD-Projekt endet nach zwei Jahren der Stärkung einer kinderfreundlichen und
traumainformierten Justiz
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Nach zweijähriger Zusammenarbeit ist das CHILD-Projekt – Towards a CHILD-friendly legal Order for Fair Justice Provision – zu Ende gegangen. Die von der EU finanzierte Initiative, die von Juli 2024 bis Juni 2026 lief, brachte Organisationen und Fachleute aus ganz Europa zusammen, um zu kinderfreundlichen, traumainformierten und wirksamen Justizsystemen für Kinder als Opfer und Zeug*innen von Gewalt beizutragen.
Während der gesamten Projektlaufzeit arbeiteten die Partner*innen gemeinsam daran, Herausforderungen bei den bestehenden Maßnahmen im Justizbereich zu identifizieren, die Zusammenarbeit zwischen den relevanten Sektoren zu stärken und praktische Instrumente zur Unterstützung von Fachkräften zu entwickeln, die mit Kindern arbeiten, die mit dem Justizsystem in Berührung kommen. Der Schwerpunkt des Projekts lag auf der Verbesserung der Umsetzung bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen und der Förderung struktureller Veränderungen auf nationaler und europäischer Ebene.
Aufbau eines stärkeren kinderfreundlichen Justizsystems
Kinder, die in Strafverfahren involviert sind, sehen sich oft mit komplexen und belastenden Situationen konfrontiert. Das CHILD-Projekt nahm sich dieser Herausforderungen an, indem es Fachkräfte dabei unterstützte, die Erfahrungen der Kinder zu verstehen, die Auswirkungen von Traumata zu erkennen und Verfahren so anzupassen, dass sie den Rechten und Bedürfnissen der Kinder besser gerecht werden.
Das Projekt brachte Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Strafverfolgung, Justiz, Anwaltschaft, Kinderschutz, Gesundheitswesen und Opferschutz. Durch diesen multidisziplinären Ansatz förderte CHILD die sektorübergreifende Zusammenarbeit und regte koordinierte Maßnahmen an, bei denen die Sicherheit, Würde und das Wohlergehen des Kindes im Mittelpunkt stehen.
Wichtigste Erfolge und Ergebnisse
Ein wesentlicher Erfolg des Projekts ist die Erstellung des Leitfadens für Fachkräfte zu forensischen Befragungen und zum Schutz von Kindern als Opfer von Gewalt in Strafverfahren. Der Leitfaden bietet Fachkräften, die in Strafverfahren mit minderjährigen Opfern zu tun haben, praktische Unterstützung und vereint evidenzbasiertes Wissen, rechtliche Standards und praktische Empfehlungen.
Der Leitfaden konzentriert sich auf folgende Themen:
Verständnis von Gewalt gegen Kinder und deren Auswirkungen;
Anwendung traumainformierter Ansätze;
Durchführung kindgerechter forensischer Befragungen;
Verhinderung von Sekundärtraumatisierung
Stärkung des Kinderschutzes während des gesamten Verfahrens; und
Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Fachkräften.
Der Leitfaden richtet sich an Staatsanwält*innen, Richter*innen, Rechtsanwält*innen, Polizeibeamt*innen, gesetzliche Vertreter*innen und Sonderbeauftragte sowie Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Pflege und Opferschutz.
Von Forschung zu Praxis
Neben dem Leitfaden für Fachkräfte entwickelte das CHILD-Projekt forschungsbasierte Materialien, darunter nationale und länderübergreifende Berichte, Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau sowie interdisziplinäre Fallbesprechungen.
Diese Aktivitäten trugen dazu bei, Lücken und vielversprechende Praktiken in den Partnerländern zu identifizieren und Empfehlungen zur Stärkung kinderfreundlicher Justizansätze in Europa zu erarbeiten.
Ein zentraler Schwerpunkt des gesamten Projekts war die Prävention von Sekundärtraumatisierung. Durch die Förderung traumainformierter Verfahren, kindgerechter Kommunikation, Standards für forensische Befragungen und interdisziplinärer Zusammenarbeit wollte CHILD sicherstellen, dass Kinder während ihrer Teilnahme an Justizverfahren geschützt sind.
Rückblick: Zusammenarbeit als Grundlage für Veränderungen
Die erfolgreiche Umsetzung des CHILD-Projekts wurde durch das Engagement und das Fachwissen von Partner*innen und Fachleuten aus verschiedenen Bereichen und Ländern ermöglicht. Ihre Zusammenarbeit hat gezeigt, wie wichtig gemeinsame Verantwortung beim Aufbau von Justizsystemen ist, die effektiv auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen.
Die Abschlusskonferenz des Projekts, die am 20. Mai 2026 in Gent stattfand, brachte Partner*innen, Fachleute, Forscher*innen und Interessenvertreter*innen aus ganz Europa zusammen, um über die erzielten Erfolge zu reflektieren, Erfahrungen auszutauschen und die Zukunft einer kindgerechten Justiz zu diskutieren.
Weiter auf dem Weg zu einer kinderfreundlichen Justiz
Obwohl das Projekt offiziell abgeschlossen ist, geht die Arbeit an kinderfreundlicheren Justizsystemen weiter. Die im Rahmen von CHILD entwickelten Instrumente, Erkenntnisse und Partnerschaften bilden die Grundlage für künftige Initiativen zur Förderung der Kinderrechte und zur Verbesserung der Maßnahmen gegen Gewalt.
Es sind weitere Bemühungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Perspektiven der Kinder selbst zunehmend in die Entwicklung der Justizsysteme einbezogen werden. Kontinuierliche Forschung, berufliche Weiterbildungen und sektorübergreifende Zusammenarbeit bleiben unerlässlich, um zu gewährleisten, dass jedes Kind, das in ein Gerichtsverfahren involviert ist, angehört, geschützt und unterstützt wird.
Das CHILD-Projekt hinterlässt einen bleibenden Beitrag: praktische Leitlinien, stärkere berufliche Netzwerke und ein gemeinsames Engagement dafür, die Justizsysteme in ganz Europa für Kinder sicherer und bedarfsgerechter zu gestalten.
Über das CHILD-Projekt
CHILD – Towards a CHILD-friendly legal Order for Fair Justice Provision – ist ein von der EU finanziertes Projekt, das darauf abzielt, das Justizsystem für Kinder, die Opfer oder Zeug*innen von Gewalt geworden sind, zu verbessern. Das Projekt lief über 24 Monate und brachte Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen, um strukturelle Reformen, bessere Zusammenarbeit und den Ausbau kindgerechter rechtlicher Rahmenbedingungen in der EU zu fördern. Weitere Informationen und kostenlosen Zugriff auf alle Ressourcen finden Sie hier:
https://childfriendlyjustice.eu/#home
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