PA 12.05.2021: Skandalös: Muttertags-Sujet mit Waffe auf Social Media verharmlost Frauenmorde

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      Pressemitteilung

      Skandalös: Muttertags-Sujet mit Waffe auf Social Media verharmlost Frauenmorde

      Verein AÖF ist empört über unglaubliche Provokation angesichts schon 12 getöteter Frauen 2021

      Wien, 12.5.2021. Der Verein AÖF ist empört über das Muttertags-Sujet des Waffenfabrikanten Glock auf Social Media: Es zeigt eine Pistole mit Blumen und dem Schriftzug „Happy Mother’s Day“. Dieses Sujet, zeitgleich mit bereits 12 getöteter Frauen im aktuellen Jahr 2021, ist eine unglaubliche Provokation!

      Wir fragen uns: Was denkt sich das Social-Media-Team dabei, ein Sujet wie dieses zu verwenden, angesichts dessen, dass auch 2021 die Serie an Frauenmorden in Österreich nach dem Höchststand von 41 Morden im Jahr 2018, 39 im Jahr 2019 und 31 Morden an Frauen im Vorjahr nahtlos weitergeht? Wird dabei einfach nicht nachgedacht, was so ein Sujet bewirkt oder ist es Absicht, um einen Skandal zu schaffen und so als Unternehmen ins Gespräch und in die Medien zu kommen? Es ist gesellschaftspolitisch unverantwortlich, gewaltprovozierend und untragbar.

      Was das Sujet auf jeden Fall auslöst ist eine Retraumatisierung aller Frauen, die Gewalt durch ihren (Ex-)Partner und/oder durch ein Familienmitglied erfahren mussten. Laut einer Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte aus dem Jahr 2014 ist jede fünfte Frau, also 20 Prozent aller Frauen, ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Besonders bei jenen Opfern, die einen gewalttätigen Angriff mit einer Waffe – oft nur knapp – überlebt haben, kann dieses Sujet die durchlebte Gewalt wieder in Erinnerung rufen und erneut großes psychisches Leid auslösen.

      Wir fordern die Firma Glock auf, sich öffentlich für diesen unglaublichen Fehltritt bei allen Frauen und Müttern zu entschuldigen. Die österreichische Regierung ist aufgefordert, Glock zur Verantwortung zu ziehen und der Österreichische Presserat und der Werberat sind dringend aufgefordert, dieses frauen- und menschenverachtende sowie gewaltverherrlichende Sujet zu sanktionieren und öffentlich Stellung zu nehmen.

       

      Kontakt:
      AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
      Mag.a Maria Rösslhumer
      Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. 
      Tel.: 0664 793 07 89
      www.aoef.at

       

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