News:

Einladung zur Preisverleihung vom Step Up! Yo…

.

Einladung zur Preisverleihung vom Step Up! Youth Video Award

Verein AÖF lädt am 10.12.2016 um 12:30 Uhr zur Preisverleihung des Kurzfilmwettbewerbs ein Die Informationsstelle gegen Gewalt des Vereins AÖF lädt herzlich zur Preisverleihung des „Step Up! Youth Video Awards“ ein...

Weiterlesen

Neuer Videoclip „Gewalt tut weh“

.

Neuer Videoclip „Gewalt tut weh“

Frauenhaus Burgenland drehte Videoclip Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ (25.11 bis 10.12.2016) hat das Frauenhaus Burgenland den Videoclip „Gewalt tut weh“ gedreht.Mit dabei...

Weiterlesen

PA 03.11.2016 Die Mindestsicherung hilft gewa…

.

Ökonomische Absicherung ist Grundvoraussetzung für den Weg aus einer Gewaltbeziehung Wien, 3. November 2016 – Derzeit leitet die Armutskonferenz die Initiative #abersicher für eine bessere Mindestsicherung mit weniger Armut. Der Verein...

Weiterlesen

Klappe auf! Trickfilmabend am 26.11.2016

.

Klappe auf!  Trickfilmabend am 26.11.2016

KLAPPE AUF! lädt ein zum Trickfilmabend Wann: Samstag, 26. November 2016 um 19:30 UhrWo: Brunnenpassage (Yppenplatz), Brunnengasse 71, 1160 WienFreier Eintritt       Das Programm steht hier als PDF zum Download bereit: Trickfilmabend                                                 ...

Weiterlesen

Wie beurteilen NGOs die Umsetzung der Istanbu…

.

Gewaltschutz- und Frauenrechtsorganisationen erstellten Schattenbericht über die Implementierung der Istanbulkonvention in ÖsterreichÖsterreich hat sich mit der Ratifizierung der Istanbulkonvention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen...

Weiterlesen

Facebook

Button für Youtube Facebook-Button

Button für Flickr Twitter Button

 

                

                 Button für GewaltFREI leben kampagne

 

 

IMPLEMENT- Spezialisierte Unterstützung für Opfer von Gewalt im Gesundheitssystem Europas

EU-Daphne-Projekt: JUST/2013/DAP/AG/5361implement_logo.jpg

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF hat gemeinsam mit 5 Organisationen aus anderen europäischen Ländern (Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien) ein zweijähriges EU-Projekt im Rahmen des Daphne-Programmes mit dem Titel: IMPLEMENT: SPECIALISED SUPPORT FOR VICTIMS OF VIOLENCE IN HEALTH CARE SYSTEMS ACROSS EUROPE eingereicht und bewilligt bekommen.

Der Projektzeitraum von IMPLEMENT ist von 1.10.2014 bis 30.09.2016

DasTrainingshandbuch "Geschlechtsbasierte Gewalt" für medizinische Fachkräfte können Sie hier downloaden: Trainingshandbuch  Das Handbuch ist auch auf Englisch verfügbar: Manual

Link zur Website: http://www.gbv-implement-health.eu/

Cover von Trainingsmanual

Das Projekt wird von Expertinnen und Experten (so genannte Advisory Group Members) aus Belgien, Deutschland und England unterstützt. Darüber hinaus wurden zwei TrainerInnen aus England eingeladen, ihre Erfahrungen aus dem Model IRIS einzubringen und die Trainings durchzuführen. Der Verein AÖF wird ein eigenes Trainingsmaterial basierend aus bestehenden Handbüchern von WAVE (Women Against Violence Europe) und UNFPA (UN-Population Fund Agency) für das Projekt entwickeln und in die jeweiligen 6 Sprachen übersetzen lassen.

Das Projekt zielt darauf ab, das Gesundheitssystem in den 6 Ländern dahingehend zu verbessern, um gewaltbetroffene Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, umfassend zu unterstützen. Dazu gehört vor allem die Schulung und Sensibilisierung des gesamten medizinischen Personals hinsichtlich geschlechtsbasierter Gewalt (so genannte gender-based violence). Ziel ist es, gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus dem Gewaltpräventionsbereich Opferschutzgruppen in den Krankenhäusern zu installieren – nach dem Vorbild von Österreich gemeinsam mit bewährten Modellen aus Europa.

Zentrale Schwerpunkte des Projekts IMPLEMENT sind:

  1. Kooperation mit einem Krankenhaus in dem jeweiligen Land, welches bereit ist, das Thema gender-based violence im Krankenhaus zu implementieren und gewaltbetroffene Menschen, insbesondere Frauen umfassend zu unterstützen und Opferschutzgruppen zu installieren.
  2. Zur Verfügungstellen einer medizinischen Projektleiterin/Expertin / eines medizinischen Projektleiters/Experten im Krankenhaus, die / der bereit ist, an einem zweitägigen Trainingsseminar (im AKH in Wien am 21. bis 22. Mai 2015, Trainingssprache Englisch) teilzunehmen und sich als Multiplikatorin / Multiplikator ausbilden zu lassen und anschließend 3 Ausbildungstrainings mit dem medizinischen Personal gemeinsam mit einer Gewaltschutzexpertin aus dem Opferschutzbereich (Frauenhaus oder Gewaltschutzzentrum) durchzuführen. (Insgesamt sollten etwa 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus geschult werden, von Mangagement, Medizinerinnen und Medizinern und Hebammen bis hin zum Pflegepersonal.) Dauer des Trainings: 6 Stunden mit jeweils etwa 15 bis 16 Teilnehmenden).
  1. Beide – die medizinische Projektleiterin/Expertin bzw. der medizinische Projektleiter/Experte des Krankenhauses und die Gewaltschutzexpertin müssen bereit sein, gemeinsam die Implementierung von IMPLEMENT durchzuführen.
  2. Berichterstattung und Dokumentation der jeweiligen Trainings und Mitwirkung an der Evaluation

Es erfolgt eine vertragliche Vereinbarung zwischen den Projektleiterinnen und -leitern von IMPLEMENT und den Gewaltpräventionsexpertinnen und -experten und den medizinischen Projektleiterinnen.

Hintergrund:

Das Gesundheitswesen in Europa nimmt eine wesentliche Schlüsselrolle bei der Identifizierung von Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt ein. Oft werden diese wichtige Rolle und Aufgaben nicht oder noch nicht ausreichend wahrgenommen. Da das Krankenhauspersonal in der Regel den ersten und häufigsten Kontakt zu den Betroffenen hat, sind sie in der einmaligen Lage, das Schweigen der Opfer zu brechen und die entscheidende und wichtige Betreuung zu gewährleisten. Da Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind, meistens viele Jahre mit den gesundheitlichen Konsequenzen zu kämpfen haben, ist es unbedingt notwendig und erforderlich, Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt zu erkennen und eine umfassende Hilfestellung anzubieten. Hier liegt die größte Schwachstelle: Das Krankenhauspersonal scheitert oftmals in der Erkennung von Patientinnen und Patienten, die Gewalt oder andere Formen von Missbrauch erfahren haben und behandelt demnach nur die unmittelbaren Beschwerden und versäumen so oft die Gelegenheit, eine Verbindung zu spezialisierten Opferschutzstellen herzustellen. Diese spezialisierten Einrichtungen haben oft nicht die Infrastruktur oder die rechtlichen Rahmenbedingungen, um die erforderliche Hilfe bereitzustellen. Es ist unumgänglich, dass das Personal des Gesundheitswesens auf geschlechtsspezifische Gewalt reagiert und eine entscheidende Rolle zum Schutz der Gesundheit und Rechte der Frauen einnimmt.

Das Projekt IMPLEMENT bezieht sich auf 2.2.1 des Support for victims of violence (SVV) des EU-Daphne-Programmes, wonach in 6 europäischen Ländern räumliche Einrichtungen bzw. Opferschutzgruppen mit entsprechender spezialisierter Unterstützung für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt implementiert werden sollen. Dabei soll es nicht nur eine Anlaufstelle für Notfälle sein, sondern es soll eine umfassende und konkrete Hilfe und Erstversorgung, aber auch Geburtsvorbereitung anbieten.

Der begünstigte Kreis sind Frauen, die nicht nur Hilfe in einem Notfall brauchen, sondern auch Geburtshilfe als Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt suchen, aber auch das Krankenhauspersonal (Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Hebammen), welches die medizinische Betreuung bereitstellt.

Zielgruppe sind geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gewaltpräventionsbereich, die die Erstversorgung von Opfern vornehmen; Geburtshelferinnen/Notfallpersonal innerhalb des pragmatischen Umfeldes eines Krankenhauses, die nicht dafür ausgerichtet sind, Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt mit ihren besonderen Bedürfnissen zu betreuen; politische Entscheidungsträgerinnen und -träger die dafür zuständig sind, die Ressourcen zu verteilen und die institutionellen Maßnahmen zu setzen, für die Unterstützung der Opfer innerhalb des Umfeldes des Krankenhauses.

Methodik: Das Projekt will räumliche Einrichtungen bzw. sogenannte Opferschutzgruppen in 6 EU-Ländern zur Verfügung stellen, um die spezialisierte Hilfestellung für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt in einem Krankenaus bzw. Geburtshilfe- oder Notfallambulanz, zu gewährleisten.

Dies soll in 4 Schritten durchgesetzt werden:

Erstens soll die Ausstattung und die gegebene Situation in den jeweiligen 6 Partnerländern analysiert werden, um die Stärken und Schwächen des jeweiligen Gesundheitswesens zu identifizieren.

Zweitens sollen multimediale Interventionen zur Anwendung kommen, die Diskussionen, Simulationen und Rollenspiele involvieren, um 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gewaltpräventionsbereich zusammen mit 6 Angehörigen des Krankenhauspersonals, die dabei vor allem als klinische Expertinnen und Experten fungieren, auszubilden. Vorgesehen ist eine zwei-tägige Ausbilderausbildung. Es ist unabdingbar dass das medizinische Personal, welche diese Vermittlerfunktion innerhalb der jeweiligen Institution übernimmt, zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Gewaltprävention geschult wird, da sie so zu einer Informationsquelle für die ihr Team werden. Dadurch kann auch die Aufmerksamkeit des Krankenhauspersonals sensibilisiert werden, wodurch es dann zu einer Verhaltensänderung gegenüber Opfer von geschlechterspezifischer Gewalt kommen soll. Dieser Austausch begünstigt eine Arbeitskooperation zwischen medizinischem und Gewaltpräventions-Personal, wodurch ein System der Zuweisung zwischen Krankenhaus und Opferschutzstelle begünstigt wird.

Drittens sollen die klinische Expertin / der klinische Experte des Krankenhauses und die Expertin / der Experte der Opferschutzstelle gemeinsam die Ausbildungsseminare vor Ort (3 x 6 Stunden) abhalten. Um Praxisnähe zu gewährleisten, sollen diese Seminare entweder direkt im Krankenhaus oder in der Umgebung einer Geburtshilfe- oder Notfallambulanz abgehalten werden.

Viertens soll parallel dazu für die Sensibilisierung und Interessenvertretung auf politischer Ebene gesorgt werden. Hierbei sollen gezielt politische Entscheidungsträgerinnen und -träger eingebunden werden, um auf institutioneller Ebene die Maßnahmen für die spezialisierte Betreuung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt innerhalb des Gesundheitswesens zu fördern.

Die Evaluation des Projektes soll sich vorrangig an zwei Ergebnissen festmachen: die aufgezeichneten Patientinnen und Patienten, die zur Opferschutzstelle überwiesen wurden, und die erfassten Fälle von häuslicher Gewalt in den elektronischen Patientenakten.

Die für dieses Projekt ausgewählten Partnerinnen und Partner wurden anhand ihrer Expertise im Feld der geschlechtsspezifischen Gewalt und Interventionen im Gesundheitssystem, sowie ihrer Erfahrung in komplexen länderübergreifenden Projekten ausgewählt. Das Team für dieses Projekt besteht aus 6 Organisationen, die Erfahrung in der theoretischen wie praktischen Arbeit im Feld der geschlechtsspezifischen Gewalt und dem Gesundheitswesen gesammelt haben. Hierbei hat der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF – die übergreifende koordinierende Rolle aller 6 Partnerländer übernommen. Die Partner lauten:

  • BGRF (BU) – The Bulgarian Gender Research Foundation
  • BBU (RO) – The Babes-Bolyai University Department of Environmental and Occupational Health at the Cluj School of Public Health
  • GESINE Network/Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW (DE)
  • LAMORO (IT) – LAMORO Development Agency
  • PSYTEL (FR) - Kooperative unabhängiger ExpertInnen
  • 2 TrainerInnen aus England
  • 4 ExpertInnen aus dem medizinisch wissenschaftlichen Bereich, Belgien, UK und Deutschland

Vorbild dieses Projektes in Österreich, wo bereits Opferschutzgruppen laut Gesetz implementiert wurden und werden mussten und der Verein AÖF gemeinsam mit österreichischen ExpertInnen aus der Medizin, Polizei und Opferschutz an der Implementierung von Opferschutzgruppen aktiv mitgewirkt hat und eine enge Kooperationen vor allem in Wien erarbeitet hat.

Ziel ist es, solche Opferschutzgruppen in den Krankenhäusern der Bundesländer zu installieren um die Flächendeckung von Opferschutzgruppen in Österreich auszubauen.

Wenn man davon ausgeht, dass in Österreich eine von fünf Frauen mindestens einmal Opfer von Gewalt in ihrem Leben werden und wurden bzw. mit Gewalt konfrontiert werden, sollte das Netz von ersten Anlaufstelle, vor allem in Krankenhäusern, ausgebaut werden um eine schnelle und kompetente Erstversorgung zu ermöglichen.

Maria Rösslhumer

Die Informationsstelle gegen Gewalt wird gefördert von

BMGF-Logo CMYK web klein